Aktionen

Kommende Veranstaltungen

Archiv: Die Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Lippendorf dampfen am 26.03.2017 hinter dem Dorf Pödelwitz Wo jetzt das Klimacamp Pödelwitz steht, sollen in Zukunft riesige Bagger Braunkohle schaufeln. Ein ganzes Dorf steht auf der Kippe, hat aber mehr als seine Einwohner hinter sich.

Die Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Lippendorf dampfen bedrohlich hinter dem Dorf Pödelwitz, das südlich von Leipzig liegt und der Braunkohlegewinnung weichen soll. Die 134 Bewohner sind dagegen. Und 1000 Klimaschützer.Quelle: dpa

Umwelt- und Klimaschützer aus allen Teilen Deutschlands protestieren seit diesem Samstag in dem Dorf Pödelwitz bei Leipzig gegen den Braunkohle-Abbau. Genau 134 Einwohner, so ergab die letzte Zählung 2011, wollen aber ihr Dorf nicht für einen Energieträger räumen, der als Auslaufmodell gilt.

Demo in Leipzig

Bis zum 5. August sind im "Klimacamp Pödelwitz" Workshops, Exkursionen und Podiumsdiskussionen geplant. In der Sommerschule des Projektes "Degrowth" (Deutsch: Wachstumswende) wollen sich etwa 500 Menschen mit Visionen und Utopien für eine soziale, ökologische und demokratische Gesellschaft befassen, teilten die Veranstalter am Samstag mit. 

Die Organisatoren rechnen mit rund 1.000 Teilnehmern. Zu Beginn waren etwa 250 anwesend. Vermutlich werde aber noch Aktivisten dazustoßen, die zuvor an einer Demonstration in Leipzig teilgenommen hatten. Die Demo unter dem Motto "Klima retten! Kohle stoppen" bildete den Auftakt für das Klimacamp. Nach Angaben der Veranstalter waren etwa 300 Menschen gekommen.

Kritik am gesamten Kohleabbau

Demonstration am 28.07.2018 in Leipzig
Demonstration in Leipzig gegen den Braunkohle-Tagebau, dem Pödelwitz zum Opfer fallen soll.Quelle: dpa

Das 700 Jahre alte Dorf Pödelwitz soll dem Tagebau "Vereinigtes Schleenhain" weichen und von der Landkarte verschwinden. Dagegen regt sich seit langem Protest. Die jetzigen Aktionen drehen sich aber nicht nur um Pödelwitz. Vielmehr wird der gesamte Kohleabbau in Deutschland in Frage gestellt. "Klar ist, dass wir die Klimaziele nur erreichen können, wenn Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben", erklärte Josephine Lauterbach vom Organisationsteam des Klimacamps. 

Die vom Unternehmen MIBRAG (Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft) geplante Tagebauerweiterung hält Lauterbach für völlig absurd. Die Stromerzeugung mit Braunkohle sei die klimaschädlichste Art Strom zu gewinnen.

Uns ist allen klar, dass wir nicht so weiter leben können wie bisher.
Josephine Lauterbach vom Organisationsteam des Klimacamps

Die Umweltschützer verfolgen mit ihrem Protest aber einen globalen Ansatz. Die stetig wachsende Wirtschaft des reichen globalisierten Nordens verursache steigende Emissionen, argumentieren die Camp-Organisatoren. Die Folgen würden jedoch vor allem Länder des globalen Südens tragen - durch Dürre, Überschwemmungen oder den steigenden Meeresspiegel: "Uns ist allen klar, dass wir nicht so weiter leben können wie bisher. Wir wollen Visionen und Ideen für einen gesellschaftlichen Wandel entwickeln."

Quelle: dpa, epd