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Jetzt Einwendung an das tschechische Umweltministerium senden!

Nur rund 170 km von der deutschen Grenze entfernt soll im tschechischen Dukovany der Atompark mit vier Uralt-Atomkraftwerken um zwei neue Blöcke erweitert werden. Im Katastrophenfall könnten auch weite Teile Deutschlands verstrahlt werden. 

Bis zum 27. September können Sie im Vorfeld einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung eine Einwendung beim tschechischen Umweltministerium einreichen. Sie können dazu die folgende Muster-Stellungnahme verwenden oder den Text individuell anpassen.

Stellungnahme zur Bekanntmachung des Vorhabens „Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany“

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur oben genannten Bekanntmachung „Neue Kernkraftanlage am Standort Dukovany“ nehme ich im Rahmen der grenzüberschreitenden Öffentlichkeitsbeteiligung am Vorverfahren (Scoping) zur Umweltverträglichkeitsprüfung wie folgt Stellung:

Ich lehne die geplanten Neubauten von bis zu zwei Atomkraftwerken (AKW) in Dukovany ab, da es dafür keine energiepolitische Notwendigkeit gibt. Dagegen bedrohen sie die Gesundheit und das Eigentum der BürgerInnen in Tschechien sowie in den Nachbarländern, auch in Deutschland.

Weltweit kein „Endlager“ in Betrieb
Der Betreiber muss nachweisen, dass die Entsorgung der radioaktiven Abfälle gesichert ist. Bis heute gibt es nirgendwo auf der Welt ein betriebsbereites Lager, in dem hoch radioaktive Abfälle über eine Million Jahre sicher verwahrt werden können.

Kein Black-Box-Verfahren
Bislang ist unklar, welcher Reaktortyp zum Einsatz kommen soll. Die genannten möglichen elf Reaktortypen sind noch nirgendwo auf der Welt in Betrieb. Es gibt keine Betriebserfahrung oder relevante Risikostudien, eine Beurteilung ist deshalb nicht möglich.

Störfallbetrachtung unzureichend
Reale Unfallszenarien wie Flugzeugabstürze und Terroranschläge müssen in die Störfallbetrachtungen aufgenommen werden. Der Absturz großer Verkehrsflugzeuge wurde bei den genannten Reaktortypen bislang nicht berücksichtigt.

Grenzüberschreitende Auswirkungen
Für eine Bewertung grenzüberschreitender Auswirkungen sind die Bekanntgabe des reaktorspezifischen radioaktiven Freisetzungspotenzials sowie meteorologische Ausbreitungsrechnungen zwingend. Tschernobyl hat eindrücklich gezeigt, dass Radioaktivität keine Grenzen kennt. Weite Teile Süddeutschlands sind heute noch stark kontaminiert.

Haftung
Der Betreiber muss nachweisen, dass die gigantischen Folgekosten eines schweren Unfalls mit radioaktiver Freisetzung in vollem Umfang abgesichert werden, auch in Nachbarländern.

Einbeziehung der Stresstests
Der Betreiber muss darstellen, dass die sicherheitsrelevanten Ergebnisse aus den EU-weit durchgeführten AKW-Stresstests sowie die Erkenntnisse aus der Fukushima-Katastrophe beim geplanten Reaktortyp berücksichtigt sind.

Alternativen-Betrachtung
Ein relevanter Ausbau der erneuerbaren Energien ist laut Regierungsbeschluss nicht geplant. Alternativen müssen aber zwingend betrachtet werden, auch die Nullvariante.

Im Fall einer Weiterführung des UVP-Verfahrens fordere ich, dass die gesetzlich bindenden Regeln der EU-weiten Öffentlichkeitsbeteiligung auf Basis der Aarhus- und Espoo-Konventionen eingehalten und der EU-UVP-Richtlinie 85/337/EWG entsprechen werden.

Ich bitte um Beachtung und Umsetzung aller meiner Einwendungspunkte.

Mit freundlichen Grüßen,

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