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Binnenlandwindgeschäft erreicht Technologiestufe 2.0

Der neue skandinavische Erwartungsmarkt Finnland hat Windturbinenfertiger Nordex den ersten Auslandsauftrag für die neue Groß-Binnenlandturbine N131 beschert. Dank des boomenden Geschäfts mit der kleineren Vorgänger-Version erreichte das Unternehmen zudem im deutschen Installationsrekordjahr 2014 einen nochmals leicht höheren Anteil an den Installationen hierzulande.

 - Nordex-Binnenlandturbinen: Ihr Erfolg beschert Nordex wachsende Anteile am Installationsmarkt in Deutschland - inzwischen dringt das Unternehmen mit den Großrotoranlagen verstärkt auch auf internationale Märkte vor.
Nordex-Binnenlandturbinen: Ihr Erfolg beschert Nordex wachsende Anteile am Installationsmarkt in Deutschland - inzwischen dringt das Unternehmen mit den Großrotoranlagen verstärkt auch auf internationale Märkte vor. Foto: Nordex SE

Zwei Turbinen der nach ihrer ersten Errichtung auf absehbare Zeit größten Binnenlandwindenergieanlage kann Nordex nun im Herbst 2015 im finnischen Norden errichten. Käufer der Anlage mit 3,0 Megawatt (MW) Leistung und einem Rotordurchmesser von 131 Metern ist die Kapitalanlagegesellschaft Taaleritehdas. Sie will mit den neuen Windrädern den derzeit von Nordex errichteten 45,6-MW-Windpark Myllykangas noch einmal um drei Turbinen erweitern: Außer den beiden N131-Anlagen hat Taaleritehdas bei den Hamburgern auch noch eine weitere Anlage vom Typ N117/2400 bestellt. 19 dieser 2,4-MW-Anlage installiert Nordex dort als erste Bauphase des Windparks noch bis zum Herbst.

Bei N117 mit 2,4 MW handelt es sich um die Vorgänger-Binnenlandturbine der demnächst auf den Markt kommenden N131. Beide Anlagen besitzen in den Leistungsbereichen von rund zweieinhalb und drei MW die geringste so genannte Rotor-Leistungsdichte unter den global verfügbaren Windenergieanlagen. Keine anderen Rotoren in beiden Leistungsklassen müssen so wenig Leistung pro Quadratmeter überstrichener Rotorfläche aus dem Wind fischen wie sie: Der Wert von 223 Watt pro Quadratmeter wird in der Branche nur von wenigen Anlagentypen kleinerer Leistung untertroffen. Faktisch bedeutet dieser Wert, dass die Turbinen im windärmeren Binnenland höhere Volllaststunden erreichen – also stetiger einspeisen.

Pilotwindpark im Bau

Den ersten Windpark-Auftrag für N131 hatte Nordex bereits auf der Hamburger Branchenmesse Windenergy im September vergangenen Jahres bekannt gegeben: Acht Anlagen sollten in dem 24-MW-Windpark der Bürgerwindparkgesellschaft Hollich Sellen installiert werden. Nordex wollte die ersten Anlagen noch vor Ablauf des vergangenen Jahres errichtet haben. Die offizielle Meldung über die Fertigstellung des Pilotwindparks steht allerdings noch aus.

Derweil brachte N117/2400 dem nach einer Restrukturierung von Anfang 2012 wieder deutlich auf Gewinnkurs zurückgekehrten Hersteller in Deutschland einen Marktanteil von fast neun Prozent bezogen auf alle Installationen an Land. Das erhöhte den Anteil von bisher gut acht Prozent noch einmal ein klein wenig. Wobei im Jahr 2013 die Windparkinstallationen an Land verglichen mit dem Rekordjahr 2014 insgesamt viel geringer waren: Sie wuchsen 2014 von drei auf 4,7 Gigawatt jährlicher Zubauleistung. Dabei waren schon rund acht von zehn der neu installierten Nordex-Anlagen vom Typ N117. Insgesamt hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr 135 Windturbinen beziehungsweise 412,5 MW in Deutschland neu hinzugebaut – verglichen mit 251 MW im Jahr 2013.

Das Rekordjahr 2014 bescherte Nordex ein Installationsvolumen von fast 1,5 Gigawatt. Die Binnenlandanlage N114 in der 2,4-MW-Version war auch in dieser Bilanz mit 223 errichten Anlagen Nordex´ konjunkturelles Zugpferd.

(Tilman Weber)

Quelle: erbeuerbareenergien.de