Regionales

Kommende Veranstaltungen

Kein Event

Immer heißere Sommer, unzählige Sonnenstunden bis weit in den Oktober und Flutkatastrophen. Der Klimawandel lässt sich nicht leugnen. Und er kann für Menschen in Nordrhein-Westfalen zum Problem werden.

Wie es in einem Bericht der Landesregierung für den Landtags-Umweltausschuss heißt, habe sich in dem Zeitraum 1881 bis 2017 die mittlere Jahrestemperatur in NRW um 1,5 Grad Celsius erhöht.

Bis 2050 ist in NRW mit einem weiteren Temperaturanstieg zwischen 0,7 bis 1,7 Grad zu rechnen. Die Folgen sind deutlich mehr heiße Sommertage.

Klimawandel sorgt immer öfter für 30 Grad und mehr

Grundlage des Berichts über den Klimawandel in NRW sind Daten des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Dieser hält auch Statistiken über die Anzahl der sehr heißen Sommertage mit Temperaturen über 30 Grad bereit.

Sommer in der Dortmunder Innenstadt. Foto: Melina Grundmann/Dortmund24

Seit 1951 ist demnach die Zahl der Sommertage über 30 Grad statistisch um 17 Tage gestiegen. Auch die Tage mit starkem Niederschlag kommen nun häufiger vor. Frost- und Eistage haben hingegen abgenommen.

Hitzebelastung in den Ballungsgebieten

Die Hitze wird vor allem in den Ballungsgebieten – also größeren Städten – zum Problem. Laut Klimaanalyse NRW sind schon jetzt 70 Prozent der Menschen in Düsseldorf an einem normalen Sommertag von der Wärme betroffen.

Auch Dortmund hatte als größte Stadt des Ruhrgebiets mit dem vergangenen Sommer zu kämpfen. Durch die anhaltende Trockenheit kam es flächenweise zu Dürren – Bäume und Sträucher haben gelitten.

Aber auch in den Krankenhäusern in Dortmund kam es wegen der hohen Temperaturen zu Problemen. Medizinisches Personal sowie Patienten hatten gleichermaßen Schwierigkeiten, den Sommer zu bewältigen.

Verändertes Klima sorgt für neue Gesundheitsrisiken

Neben bereits bekannten gesundheitlichen Problemen, können künftig neue dazu bekommen. In bestimmten Regionen NRWs ist laut dem LANUV mit dem Auftreten neuer Krankheitserreger wie der Tigermücke zu rechnen.

Mücken werden immer mehr. Foto: dpa

Entlang des Rheins können sich zudem die sogenannten Stechmücken weiter ausbreiten. Und bereits heimische Überträger wie Zecken können sich weiter ausbreiten.

Durch neue Tierarten, die sich beispielsweise in unseren Wäldern etablieren, können bereits bestehende Tierarten verdrängt werden. Dadurch werden Ökosysteme gestört sowie zerstört.

Gesundheitsrisiken bringen laut Forschungen des LANUV aber nicht nur Stechmücken und Zecken. Auch Allergien könnten in den kommenden Jahren zunehmen. Durch die anhaltend langen Temperaturen bis tief in den Herbst, kann sich die Pollensaison verlängern.

Landwirte sind mit die größten Verlierer des Klimawandels

Durch die langen Dürre-Perioden wird es für Landwirte schwerer, ihre Felder ausreichend bewässern zu können. Die Folge: unzureichende landwirtschaftliche Erträge.

Laut einem Bericht der Wissenschaftler im Forschungsjournal „Nature Plants“ wird sich der Klimawandel in unseren Breiten vor allem auf den Ertrag von Gerste auswirken.

Der Klimawandel sorgt künftig für teures Bier. Foto: dpa

Sie rechnen damit, dass künftig bis zu 38 Prozent weniger von dem Getreide geerntet werden kann. Gerste ist eine der wichtigsten Zutaten für Bier. Das heißt im Umkehrschluss: Das beliebteste Getränk der Deutschen wird teurer.

Von Anika Hinz