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EUROSOLAR NEWSLETTER 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

die Luft wird kühler und wir bereiten uns langsam auf die dunkle Jahreszeit vor. Bei EUROSOLAR ist im Herbst traditionsgemäß Veranstaltungs-Saison. Doch auch diese fällt, wie Sie sich sicher vorstellen können, in diesem Jahr etwas anders aus: Die Verleihung des Deutschen Solarpreises in Münster findet nur in kleinem Rahmen statt. Die Verleihung des Europäischen Solarpreises im späten Herbst wird voraussichtlich als „Digital Event“, wie es heute so schön heißt, stattfinden. Das Gute daran: Sie können gefahrlos und ganz bequem von zu Hause daran teilnehmen. Über alles, was sonst noch passiert, halten wie Sie gerne hier und auch auf unseren anderen Kanälen auf dem Laufenden. 

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht

Ihr EUROSOLAR-Team

Verleihung des Deutschen Solarpreises 2020 am 19. September in Münster

Auch 2020 verleihen EUROSOLAR  und die EnergieAgentur.NRW – unter gewissenhaft gewählten Corona-Auflagen – den Deutschen Solarpreis an herausragende Projekte, die die dezentrale Energiewende voranbringen. Wir freuen uns in diesem Jahr ganz besonders darüber, Pionierinnen und Pioniere der Energiewende zusammenzubringen, die sich mit ihrem Mut, ihrem Erfindergeist und ihrer Beharrlichkeit für Erneuerbare Energien und eine lebenswerte Zukunft einsetzen. 

Presseinformation 

EUROSOLAR bringt Lösungsvorschlag für Post-EEG-Anlagen

Bonn, 01.09.2020 – Ende dieses Jahres fallen die ersten Photovoltaik-Anlagen mit fester Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) aus der Förderung. Bislang ist keine gesetzliche Anschlussregelung in Sicht. Dafür gibt es aus verschiedenen Ecken Vorschläge zum wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Anlagen – und EUROSOLAR positioniert sich. 

EUROSOLAR gibt einen Überblick über die Lösungsansätze verschiedener Institutionen und bringt selbst einen – zielgerichteten und praktikablen – Vorschlag für das weitere Nutzen der Post-EEG-Anlagen ein. Die europäische Energiewende-Organisation fordert eine ergänzende Gesetzgebung im EEG, die den Altanlagen erlaubt, weiterhin am öffentlichen Netz betrieben zu werden und Strom nach Bedarf einzuspeisen. Die Anlagenbetreiber bekommen dafür keine Vergütung. Den Netzbetreibern sei ein wenig kostenloser grüner Strom gegönnt. Um eine unvergütete Einspeisung, die zunächst nach einem schlechten Geschäft für Anlagenbetreiber klingt, attraktiv zu gestalten, braucht es allerdings Rahmenbedingungen: 

1. Verzicht auf einen Zähler: So spart der Anlagenbetreiber jährlich bis zu 100 Euro für den zusätzlichen Messstellenbetrieb mit einem SmartMeter. Der 20 Jahre alte Einspeisezähler für die Abrechnung der EEG-Vergütung wird nicht mehr benötigt, weil Überflussstrom umsonst eingespeist wird.

2. Die Wechselrichter der PV-Anlagen müssen zum Zweck der Eigenstromnutzung auf das hausinterne Netz umgeklemmt werden. Der Wechselrichter hängt dann hinter dem Verbrauchszähler, der mit Rücklaufsperre weiter funktioniert wie bisher, ohne dabei den eingespeisten Strom zu berücksichtigen.

Um das Verteilnetz weiter zu entlasten, sollte zusätzlich die Installation von Speichern mit Fördermitteln angereizt werden. Batteriespeicher, Wärmepumpen, Heizstäbe, die Heizungswasser erwärmen, Infrarotheizungen oder Ladestationen für E-Autos und E-Bikes gehören hierzu. Durch Optimierungsmaßnahmen in Hinblick auf die technische Ausstattung und den Stromverbrauch der Prosumer lässt sich eine Eigenstromnutzung von mehr als 95 Prozent erreichen. 

Noch weiter gedacht könnten auch Anlagen, die noch ein paar Jahre von der EEG-Einspeisevergütung profitieren, aus der Umlagefinanzierung entlassen werden. Voraussetzung wäre, dass sie auf Eigenverbrauch umstellen und im Gegenzug eine Speicherförderung erhalten, die der jeweiligen Restlaufzeit der EEG-Förderung entspricht. Damit würden die Stromkosten für alle Verbraucher sinken, die Netzstabilisierung begünstigt und der kostenintensive Ausbau der Verteilnetze überflüssig.

Hier finden Sie die  vollständige Stellungnahme mit Rechenbeispiel, Bewertung weiterer Lösungsvorschläge und Praxisbeispiel. 

Global Renewable Energy Forum 2020

Die 4. Auflage des Global Renewable Energy Forum (GREF) wird am 24. September 2020 von der Botschaft der Republik Korea, Außenstelle Bonn zusammen mit der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) und dem UN-Klimasekretariat (UNFCCC) organisiert. Unterstützt wird sie von der Deutsch-Koreanischen Energiepartnerschaft des Ministeriums für Handel, Industrie und Energie der Republik Korea und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. 

Zu den Keynote-Speaker*innen gehören unter anderem Patricia Espinosa, Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, Dr. Dolf Gielen, Direktor des Innovation and Technology Center der IRENA und Paula Abreu Marques, Leiterin "Erneuerbare Energien und CCS-Politik" in der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission

Die Konferenz findet am 24. September 2020 nun komplett vituell statt. Die Teilnahme vor Ort im Hotel Königshof erfolgt nur nach vorheriger Einladung. Die Anmeldung zur virtuellen Teilnahme ist hier möglich: Anmeldung

Neue EEG-Reform

Deutschland. Mehr als ein halbes Jahr nun war die EEG-Novelle überfällig. Nun liegt endlich ein Entwurf vor, der in Teilen den Forderungen der Branchen nachkommt. Leider beseitigt er weder all jene Hürden, die beseitigt werden müssten, noch reichen die hier genannten Ausbaupfade aus, um die Versäumnisse aufzuholen. Dabei gibt es tatsächlich gute Ansätze. So ist etwa ein leichter Anstieg beim Ausbau der Solarenergie geplant: Die ausgeschriebene Leistung für Freiflächenanlagen und auf großen Gebäuden werden von 2,1 GW im Jahr 2021 auf 2,8 GW im Jahr 2038 steigen. Bei kleinen Dachanlagen soll ein jährlicher Zuwachs von 4,6 bis 5,6 GW erreicht werden. Neu (und umstritten) ist auch jene Regelung, die Windräder auch im Süden Deutschlands rentabel machen soll: Um die Ausweisung von Gebieten attraktiver zu machen, sollen Gemeinden, in denen die Anlagen errichtet werden, künftig eine Beteiligung an den Einnahmen erhalten. Diese und andere Vorstöße sind zwar ganz nett, aber bei Weitem nicht genug. Um zumindest die selbst gesteckten, wenn auch unzureichenden Klimaziele zu erreichen und eine „Ökostromlücke“ zu vermeiden, muss das Ausbautempo der Erneuerbaren Energien deutlich angezogen werden. Nur mit einer schnellstmöglichen Umstellung auf eine vollständig erneuerbare Energieversorgung kann heute noch zukunftsfähige Politik betrieben werden. Daran sollte sich die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes orientieren. 

Weitere Informationen finden Sie hier und hier

Neue Erdgas-Sorgen

Deutschland. Russland. Nord Stream 2 ist seit Jahren ein Streitfall. In den vergangenen Wochen aber ist die Pipeline in den Mittelpunkt einer drängenden Diskussion gerückt: Nach dem Giftanschlag auf den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny werden die Stimmen lauter, die einen Stopp des Projekts fordern. Und auch die derer, die auf die immensen wirtschaftlichen Auswirkungen aufmerksam machen. Beide Seiten sind nachvollziehbar. Dennoch: Das Projekt zeigt nicht nur in beispielloser Deutlichkeit auf, wie sehr wir uns mit fossilen Energieträgern zum geopolitischen Spielball derer machen, die sie liefern. Es bringt auch wieder einmal die Frage auf den Plan, wie sinnvoll Milliardeninvestitionen in eine Technologie sind, die eigentlich nur zum Übergang in ein erneuerbares Zeitalter gedacht sein sollte. Hier lässt sich erahnen, wie viel Gewicht die Energiepolitik hat und was Energieabhängigkeiten im Zweifel kosten – nicht nur an Geld, sondern auch an Handlungsspielraum und Integrität.  Dabei gibt es die Möglichkeit, demokratische, lokal verfügbare und klimafreundliche Energien zu nutzen, die uns unabhängig machen – als Staat und in letzter Konsequenz sogar als Energiekonsument. „Energie-Politik ist Friedenspolitik oder Kriegspolitik. Wir haben die Wahl. Wollen wir vollends abhängig bleiben von Putins klimazerstörendem Erdgas oder abhängig werden von Trumps klimazerstörendem Fracking-Gas?“ bringt Solarpreisträger Franz Alt es auf den Punkt.

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Neue Kraft für Solar

Deutschland. Letzte Woche haben Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit verschiedenen Umweltorganisationen vor dem Bundeswirtschaftsministerium demonstriert. Sie forderten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf, den Ausbau der Solarenergie zu beschleunigen und die Hemmnisse für eine dezentrale Energiewende in Bürgerhand zu beseitigen. Nachdruck verliehen sie ihrer Forderung mit mehr als 140.000 gesammelten Unterschriften. Diese wurden zuvor in zwei Petitionen – „Lassen Sie die Sonne rein, Herr Altmaier!“ und „Wir brauchen ein Recht auf solare Eigenversorgung“ –  für eine Solaroffensive gesammelt. Die zentralen  Forderungen der beiden Petitionen: Deutlich erhöhte jährliche Ausbauziele für die Solarenergie, eine bundesweite Photovoltaik-Pflicht für Neubauten und bessere Bedingungen für Bürgerenergie. Katharina Habersbrunner, Vorstandssprecherin beim Bündnis Bürgerenergie, bemängelt die geplanten Ausschreibungen für Photovoltaik-Dachanlagen. Damit würde Altmaier den Bürgerenergiegenossenschaften massiv schaden, denn die fehlende Planbarkeit halte viele Genossenschaften von Investitionen ab. Hintergrund war die erwähnte EEG-Novelle, deren Gesetzesentwurf schon am 23. September im Bundeskabinett beschlossen werden soll.  

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