Newsletter

Kommende Veranstaltungen

Zur Zeit sind keine Veranstaltungen verfügbar

EUROSOLAR NEWSLETTER 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

der Sommer ist da –  und mit ihm die erhitzten Gemüter. Und das nicht ohne Grund: Während die Datenbank der Bundesnetzagentur zeigte, dass am vorletzten Wochenende insgesamt 17 Stunden lang genug Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt wurde, um damit den gesamten deutschen Strombedarf zu decken, wird die obsolete Kohlewirtschaft mit großzügigen Zuwendungen noch weitere 18 (!) Jahre am Leben gehalten. Wie ein Kohleausstieg, der seinen Namen verdient, anderswo funktionieren kann und einige interessante Meldungen mehr lesen Sie im Folgenden.  

Eine spannende Lektüre wünscht

Ihr EUROSOLAR-Team

Jetzt für den Europäischen Solarpreis 2020 bewerben!

Wir nehmen noch bis  zum 31. Juli Bewerbungen von Energiewende-Helden entgegen. Bewerbungen sind sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen, Gemeinschaften und andere Körperschaften möglich. Sie können Ihre Bewerbung in einer der folgenden Kategorien einreichen:

a) Städte/Gemeinden, Ratsdistrikte, öffentliche Versorgungseinrichtungen

b) Solararchitektur und Stadtplanung

c) Industrie- und Gewerbebetriebe oder Landwirte

d) Lokale oder regionale Verbände/Organisationen

e) Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien

f) Transport und Mobilität

g) Medien

h) Allgemeine und berufliche Bildung

i) Eine-Welt-Kooperation

j) Sonderleistungspreis für individuelles Engagement

Alle Informationen und den Link zur Bewerbung (englischsprachig)  finden Sie hier

Pressemitteilung

Coronomics gestalten! - Axel Berg zu Konjunkturpaket und Notkaufprogramm 

Zum 130 Milliarden Euro Corona-Konjunkturpaket der großen Koalition und des von der Europäischen Zentralbank zugesagten Corona-Notkaufprogramms für Anleihen von 1.350 Milliarden Euro erklärt Dr. Axel Berg, Vorsitzender der deutschen Sektion von EUROSOLAR:

 „Seit der Finanzkrise 2008 schotten sich die führenden Industrieländer zunehmend ab und schützen ihre eigenen Industrien und Landwirtschaft. Die Regeln der Welthandelsorganisation werden immer häufiger ignoriert. Bilaterale Handelsverträge nehmen zu. Der Handel wird zusehends unfreier. Unter US-Präsident Trump wurde die Abschottungspolitik beschleunigt. 2020 kommt Corona und versetzt der Weltwirtschaft einen weiteren Schlag: Die Verletzlichkeit unseres globalen Systems wird immer offensichtlicher. Der so genannte Unsicherheits-Index, den Forscher der Universität Stanford entwickelt haben, sagt aus, dass durch Corona die Unsicherheit um 300 Prozent gestiegen ist. Laut Spiegel-Umfrage vom Mai 2020 sehen weniger als 40 Prozent der Befragten die Globalisierung als Chance; fast 60 Prozent sehen sie als Risiko. 2017 war das noch umgekehrt.

Die Zeit für eine konsequente Energiewende hin zu dezentraler Selbstversorgung mit Erneuerbaren Energien ist also günstig: Alle überlegen sich, wie sie ihre Resilienz in Krisenfällen erhöhen können. Autarkiefähige Räume werden entstehen, die auch ein paar Wochen Auszeit nehmen können; dieser Trend ist absehbar. Mehr regionale Erzeugung und weniger Just-in-time-Abhängigkeiten sind die Antworten auf globale Risiken.

An die internationalen Spielregeln halten sich längst immer weniger Staaten. An ihrer Stelle könnte man jetzt regionale Strukturen stärken. Den Produzenten von fossilen Energien und den Herstellern der damit betriebenen Maschinen drohen nun nämlich einschneidende Maßnahmen. Vor allem den großen Konzernen in Deutschland, die den Klimawandel ignorieren, muss man jetzt sukzessive die umweltschädlichen Subventionen in Höhe von fast 100 Milliarden Euro jährlich alleine in Deutschland streichen.

[…]

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier

EUROSOLAR freut sich mit dem GSL: 

Nachhaltig überzeugt: Grüner Strom Label e.V. erhält Auszeichnung

Bereits zum dritten Mal wurde der Preis „Projekt Nachhaltigkeit“ von den Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) vergeben. Der Grüner Strom Label e.V. konnte die Jury vor dem Hintergrund der globalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDG) in den Bereichen „Bezahlbare und saubere Energie“, „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“ überzeugen. 

„Eine nachhaltige Lebensweise ist der Dreh- und Angelpunkt für eine enkeltaugliche Zukunft. Mit unseren Ökoenergielabeln Grüner Strom und Grünes Gas garantieren wir Investitionen in die Energiewende, wie den Bau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Mieterstromprojekte oder die Umsetzung von Elektromobilität. Verbraucherinnen und Verbraucher können schon allein durch ihren Strom- und Gasbezug eine nachhaltige Energieversorgung mitgestalten,“ erläutert Daniel Craffonara, Geschäftsführer des Grüner Strom Label e.V. So konnten bereits über 1.400 Energiewende-Projekte in ganz Deutschland kofinanziert und umgesetzt werden.

Seit vielen Jahren fördert der Wettbewerb „Projekt Nachhaltigkeit“ Unternehmen, Initiativen und Projekte, die sich mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen befassen. So werden Projekte und Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung in ihrer Vielfalt öffentlich sichtbar gemacht und ausgezeichnet. Von lokalen Bürgerinitiativen über bundesweite Bildungsprojekte bis hin zu internationalen Entwicklungsprojekten. Dieses Jahr setzte sich der Grüner Strom Label e.V. als einer von 40 Preisträgern unter den gut 370 Bewerbern durch. 

Der Verein zertifiziert seit über 20 Jahren hochwertige Ökoenergieprodukte. Getragen und empfohlen wird der Verein von sechs gemeinnützigen Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie Friedens- und Verbraucherorganisationen, darunter NABU, BUND und Deutscher Naturschutzring. Sie stehen für eine gesamtheitliche zivilgesellschaftliche Energiewende-Perspektive und wirken aktiv an den Kriterien für hochwertigen Ökostrom und Biogas mit.

Lesen Sie mehr auf der Website des Grüner Strom Label

Jetzt oder nie

Weltweit. „Dieses Jahr ist das letzte Mal, das wir haben, wenn wir nicht einen Wiederanstieg des Kohlendioxids erleben wollen.“ Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA) findet klare Worte. In einem Mitte Juni veröffentlichten Bericht legte die IEA den ersten globalen Entwurf für einen grünen Aufschwung vor und konzentrierte sich dabei auf Reformen der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs. Wind- und Solarenergie sollten neben der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und Industrien und der Modernisierung der Stromnetze einen Schwerpunkt bilden, so die Empfehlung des Berichts.

Die Schaffung von Arbeitsplätzen muss für die Länder Vorrang haben, in denen Millionen von Menschen durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und die daraus resultierenden Abriegelungen in die Arbeitslosigkeit geworfen wurden. Die Analyse der IEA zeigt, dass es wirksamer ist, grüne Arbeitsplätze zu schaffen als Geld in die kohlenstoffreiche Wirtschaft zu stecken.

Die Regierungen planen, in den nächsten Monaten weltweit 9 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Pfund) für die Rettung ihrer Volkswirtschaften vor der Coronavirus-Krise auszugeben, hat die IEA berechnet. Die in diesem Jahr geschnürten Konjunkturpakete werden laut Birol die Gestalt der Weltwirtschaft für die nächsten drei Jahre bestimmen, und innerhalb dieser Zeit müssen die Emissionen beginnen, stark und dauerhaft zu sinken, sonst werden die Klimaziele unerreichbar.

Die IEA war in der Zukunft nicht unbedingt für übermäßiges Interesse an Erneuerbaren Energien bekannt. Auch deshalb wurde – von Hermann Scheer initiiert – 2009 als „Gegengewicht“ die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) geschaffen. Wenn mittlerweile aber selbst die IEA die Zeichen der Zeit erkannt hat, ist Eines gewiss: Es ist allerhöchste Zeit zu handeln.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier

Kohleausstieg oder Farce? 

Deutschland. Dass von einem deutschen Kohlausstieg im eigentlichen Sinne nicht die Rede sein kann, haben wir schon einmal hier ausgeführt. 

Nun ist es amtlich: Die schwarz-rote Koalition hat nach langen Verhandlungen den Weg für den geplanten Kohleausstieg in Deutschland frei gemacht und sich bei letzten strittigen Punkten geeinigt. Union und SPD verständigten sich auf höhere Entschädigungen für Betreiber von Steinkohlekraftwerken. Die Einigung sieht milliardenschwere Förderprogramme vor, etwa für eine Umrüstung von Kraftwerken. Geplant ist auch eine Härtefallregelung für Betreiber von jungen Steinkohleanlagen.

Bis 2026 sollen sich Steinkohle-Betreiber darauf bewerben können, Kraftwerke gegen Entschädigung abzuschalten. Die Einigung der Koalitionsfraktionen sieht vor, dass bei Evaluierungen zum Kohleausstieg in den Jahren 2022, 2026 und 2029 auch geprüft werden soll, ob für Steinkohleanlagen, die seit 2010 in Betrieb sind, eine Anpassung des gesetzlichen Rahmens erforderlich ist. Das geplante Kohlegesetz weicht in seiner jetzigen Form wesentlich von den Empfehlungen ab, die die Kommission für den Kohleausstieg im Januar 2019 vorlegte.

Geplant ist, dass das Gesetz zusammen mit einem Vertrag  den Kohlekonzernen zusätzliche Entschädigung bietet, sollten die Klimaziele verschärft werden. Ohne fundierte Belege behauptet der Gesetzestext, der  umstrittene Tagebau Garzweiler II sei für die Energieversorgung notwendig. Das widerspricht den Klimazielen von Paris. Darüber hinaus dreht das Gesetz das Verursacherprinzip im Bergrecht in sein Gegenteil um: Mit Steuergeld sollen Folgen des Bergbaus beseitigt werden, statt die Bergbaukonzerne für Folgeschäden zur Kasse zu bitten.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier und hier

Auto oder Schiene?

Deutschland. 100 Prozent Erneuerbare Energien, dezentral und sektorengekopppelt. Das ist, wo wir hinwollen. Doch gerade auch im Bereich Verkehr sind wir noch weit davon entfernt:  Beim "Masterplan Schienenverkehr" von Verkehrsministers Andreas Scheuer ist Skepsis durchaus angebracht. Ende Juni hat Scheuer den „Masterplan" vorgestellt. Mit ihm soll die Zahl der Bahnfahrgäste bis 2030 verdoppelt und der Anteil der Schiene am Güterverkehr auf 25 Prozent erhöht werden. Angekündigt ist  ein Deutschland-Takt, der schon Ende des Jahres beginnen soll; außerdem mehr Kapazität durch Strecken-, Korridor- und Knotenausbau sowie Digitalisierung.

Doch das reicht leider noch nicht für die Art von Verkehrswende, die wir brauchen. Zwar hat der Minister erkannt, wie wichtig es ist, das Bahnangebot zu verbessern. Gleichzeitig ist es aber unerlässlich, den anderen Verkehrsträgern ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile zu streichen. Erst, wenn Fliegen und Autofahren durch Preisanstiege unattraktiver werden, steigen die Leute auf die Bahn um. Und während, wie Verkehrsexperte Andreas Knie auf Klimareporter.de berichtet, die Menschen in Berlin sich über einige Kilometer Pop-up-Fahrradstreifen freuen, wird für eine Milliarde Euro die Stadtautobahn ausgebaut. Dieses und ähnliche Beispiele zeigen, dass ein wahrer Wandel noch nicht vorgesehen ist. 

Mehr darüber lesen Sie hier und hier

Vamos al futuro

Spanien. Wie ein Kohlausstieg ohne großzügige Palliativmaßnahmen seitens des Staates aussieht, zeigt uns ein Blick in den Süden: In Spanien geht das Ende der klimaschädlichen Energieerzeugung viel stiller, aber vor allem deutlich schneller vonstatten. Sieben der insgesamt 15 spanischen Kohlekraftwerke wurden Ende letzten Monats vom Netz genommen. 

Für die restlichen Anlagen haben die Betreiber bis auf zwei Ausnahmen bereits die Stilllegung beantragt. Greenpeace Spanien geht davon aus, dass bis spätestens 2025 keine Kohlekraftwerke mehr am Netz sind. Damit wären die Iberer deutlich schneller als Deutschland, dass erst 2038 sein letztes Kohlekraftwerk abschalten will.

Um das zu erreichen, musste die spanische Regierung den Betreibern – anders als die meisten westeuropäischen Staaten – nicht einmal ein Ultimatum für den Ausstieg setzen. Für die Unternehmen rechnet sich der Betrieb einfach nicht mehr. Grund dafür ist eine Mischung aus mehr Erneuerbaren Energien, dem Verfall des Gaspreises, dem Preisanstieg der Emissionsrechte sowie Grenzwerten der EU für den Abgasausstoß von Kraftwerken. Um die einzuhalten, hätten die Betreiber nun Filter installieren müssen, in die sie angesichts der Marktentwicklung nicht mehr investieren wollten. 

Mehr darüber lesen Sie zum Beispiel hier.

Vive la démocratie!

Frankreich. Man stelle sich vor: Der Bau neuer Flughäfen wird nicht weiter verfolgt. Der Kauf tatsächlich klimafreundlicher Autos wird gefördert und Werbung für besonders schädliche Verbrenner wird verboten. Bis 2040 werden alle Gebäude energetisch saniert. Böden werden nicht weiter versiegelt. Unternehmen erstellen transparente CO2-Bilanzen. „Ökozid“ wird als Verbrechen ins Strafrecht eingeführt und der Kampf gegen den Klimawandel als Staatsziel in die Verfassung übernommen. Das klingt nach Utopie?

Nicht ganz: Über diese und andere Maßnahmen will der französische Staatspräsident Emmanuel Macron per Referendum abstimmen lassen. Die Vorschläge sind das Ergebnis einer dreitägigen Konferenz des französischen Bürgerrats zur „Convention Citoyenne pour le Climat“. Das Gutachten enthält 149 Empfehlungen, die in erster Linie den nachhaltigen Umbau von Verkehr, Gebäude, Industrie und Landwirtschaft in den Blick nehmen und verfassungsrechtliche Änderungen vorschlagen. Die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgerrats waren zuvor zufällig aus allen Regionen Frankreichs ausgelost. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Mitglieder hinsichtlich Alter, Geschlecht, Wohnort, Bildung und Migrationshintergrund ein Abbild der Gesamtbevölkerung darstellen. 

Wir sind gespannt, wie es weitergeht…

Mehr dazu finden Sie hier.