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EUROSOLAR NEWSLETTER 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

der Sommer ist da! Mit ihm kommt die Sonne, die dank des photovoltaischen Effekts den Anteil Erneuerbarer an der bundesdeutschen Stromproduktion fleißig steigert – und anachronistische Energieversorgung wie bei Datteln VI eigentlich überflüssig macht. Doch was die Vernunft gebietet und was die Politik beschließt sind leider häufig zwei verschiedene Paar Schuh. Nun ist zumindest der 52-GW-Deckel auf Photovoltaik-Anlagen aufgehoben, doch eine Menge Arbeit steht an: Noch immer ist die Rechtssituation für zehntausende PV-Anlagen, die Ende des Jahres aus der Förderung fallen, nicht geklärt. Es ist also schnelles politisches Handeln gefragt, auf nationaler ebenso wie auf europäischer Ebene. Impulse dazu und das neueste aus der Welt der Erneuerbaren Energien lesen Sie im Folgenden.

Viel Freude bei der Lektüre wünscht

Ihr EUROSOLAR-Team

Bewerbungsphase für den Deutschen Solarpreis 2020 bis 14. Juni verlängert 

Energiehelden in ganz Deutschland arbeiten jeden Tag für eine Welt mit 100% Erneuerbaren Energien. Der Deutsche Solarpreis richtet sich genau an all diese Akteure, die die dezentrale Energiewende in Deutschland mit Tatkraft, Ausdauer und Innovationsgeist voranbringen.

Wer sich bewirbt, hat Chancen sich einzureihen in die Riege ausgezeichneter Solarpreisgewinner wie die Bioenergiegenossenschaft Mengsberg eG, Filmemacher und Aktivist Carl A. Fechner und die Mainova AG u.a., die 2019 mit dem Solarpreis geehrt wurden.

Bewerben können sich Städte/Gemeinden, ArchitektInnen, kommunale und privatwirtschaftliche Unternehmen, Vereine, Organisationen und Genossenschaften, JournalistInnen und natürlich BürgerInnen, die die Energiewende aktiv unterstützen.

Also: Energiehelden vor!

Hier für den Deutschen Solarpreis bewerben. 

Bewerbungen und Vorschläge können noch bis Sonntag, den 14. Juni 2020, schnell und unkompliziert eingereicht werden.

Bericht zum

IRES WEB SUMMIT 2020: Radikale Transformation zu Erneuerbaren Energien 

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte fand vom 25. bis 26. Mai 2020 die traditionsreiche International Renewable Energy Storage Conference (IRES) online als Web Summit statt. Knapp 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt stellten ihre neuesten Forschungsergebnisse zur Speicherung Erneuerbarer Energien vor.

Das Ereignis fand auf EUROSOLARs Weg zur nächsten Doppelkonferenz statt: der IRES 2021 in Partnerschaft mit der Energy Storage Europe der Messe Düsseldorf, vom 16. bis 18. März 2021.

Zur Begrüßung stellte Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR e.V., die entscheidende Bedeutung der Energiespeicher beim Bewältigen der Klimakrise heraus. „Nur der beispiellose Wechsel zu Erneuerbaren Energien ermöglicht uns, die Paris-Ziele zu erreichen. Deren Speicherung und Steuerung mit verteilten erneuerbaren Energieressourcen nimmt im Kampf gegen die Klimakatastrophe eine zentrale Rolle ein, weil sie einen raschen Umstieg auf Erneuerbare Energien ermöglicht, jetzt, durch konjunkturankurbelnde Investitionen – die Grundlage für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft.“ Prof. Dr. Ingo Stadler, Vorsitzender des IRES Scientific Committees (ISC), gab eingangs Grund zur Hoffnung: Die Corona-Krise zeige, dass politische Entscheidungsträger Maßnahmen von erstaunlichem Ausmaß ergreifen können, wenn sie sehen, welchen Effekt ihre Handlungen haben. „Daran müssen wir sie in Zukunft erinnern: dass sie in der Lage sind zu handeln, wenn es darauf ankommt.“

Prof. Dr. Hans-Martin Henning, Direktor des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), der ab 2021 den Vorsitz des ISC übernimmt, forderte in seiner Keynote-Rede ein radikales Umdenken: „Die Transformation des Energiesystems hin zu einer vollständigen Reduzierung der Treibhausgasemissionen wird uns nur gelingen, wenn wir den grundlegend neuen Charakter des neuen Systems verstehen“, so Henning. „Fossile Energieträger müssen vollständig ersetzt werden. Das heißt, auch die ihnen eigene Speicherfähigkeit muss ersetzt werden. Variable, Erneuerbare Energie wird in Zukunft zur Hauptprimärenergie, womit nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Angebot zeitabhängig werden.“

Forscherinnen und Forscher von Universitäten, Institutionen und Unternehmen aus mehr als 15 Ländern stellten ihre Ergebnisse vor. Dabei wurde am ersten Tag das Themenfeld Energiesystemanalyse ebenso behandelt wie Fallbeispiele, neue Ideen und thermochemische Speichertechnologien. Am zweiten Konferenztag standen Thermische Energiespeicherung, Latentwärmespeicher und Elektrochemische Speicherung auf dem Programm.

Obwohl es sogar virtuelle Kaffeepausen gab und ein reger Austausch auch am Bildschirm möglich war, freuen sich die Beteiligten schon jetzt auf die nächste IRES vor Ort, vom 16. bis 18. März 2021 in Partnerschaft mit der Energy Storage Europe der Messe Düsseldorf.

EUROSOLAR- Aufruf: Zukunft mit Erneuerbaren statt atomares Aufrüsten 

Weltweit werden fast zwei Billionen US-Dollar für Rüstung ausgegeben. Doch brauchen wir – in Corona-Zeiten dringender als ohnehin schon – finanzielle Ressourcen  unbedingt zur Bekämpfung der Pandemie und dem Aufbau einer resilienten Wirtschaft auf Basis von 100 Prozent Erneuerbaren Energien.

Anstatt Relikten aus Zeiten des Kalten Krieges wie der Idee der „Nuklearen Teilhabe“ hinterherzuhängen, müssen wir uns nun mehr denn je darauf besinnen, was wirklich wichtig ist. Die Corona-Pandemie zeigt uns eindringlich, wie anfällig unsere Wirtschafts- und Lebensweise für Störungen ist. Sie stellt darüber hinaus unser Konsumverhalten in Frage und bietet die historische Chance für eine Zeitenwende. Nun müssen alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert werden, um auch die fossile Pandemie zu bekämpfen und der Klimakrise Einhalt zu gebieten. EUROSOLAR fordert deshalb, den Rüstungsetat umzuwidmen und ihn für den längst überfälligen und friedensstiftenden energethischen Umbau Deutschlands und Europas zu nutzen.

In Berlin argumentierte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer für die milliardenschweren Pläne für den Ersatz der veralteten Tornado-Flotte vor Fachpolitikern im Bundestag. Sie warb Ende April im Verteidigungsausschuss dafür, in den kommenden Jahren bis zu 93 Eurofighter sowie 45 F-18-Kampflugzeuge des US-Herstellers Boeing zu beschaffen. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Rolf Mützenich, hielt dagegen und forderte eine Debatte, wie eine friedliche internationale Ordnung ohne Atomwaffen gestaltet werden kann. Im Interview plädiert er  für den Abzug der amerikanischen Atombomben aus Deutschland und den Ausstieg der Bundesrepublik aus der Nuklearen Teilhabe der NATO. Mützenich begründet seine Forderung vor allem mit Misstrauen gegenüber der US-amerikanischen Regierung unter Trump, die ihre Nuklearstrategie so verändert habe, dass ein „Einsatz dieser Waffen in Europa wieder viel wahrscheinlicher geworden“ sei und Atomwaffen auf deutschem Gebiet daher unsere Sicherheit bedrohten.

Wir fordern, einen Schritt weiterzugehen und die Einsparungen für einen die Wirtschaft stützenden und dem Klimanotstand entsprechenden, schnellen Umbau unserer Energiesysteme zu verwenden, im Sinne eines ‚Klimaverteidigungsbudgets’. Nur eine dezentrale Energieversorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Geothermie – in wenigen Jahren umgesetzt – kann die Grundlage für andere Maßnahmen schaffen, die uns die Abhängigkeit von fossil-atomaren Rohstoffen überwinden und Klimastabilität erreichen lassen. Durch die dezentrale Nutzung der natürlichen Potentiale und im Zusammenspiel mit Speichern und anderen Technologien schaffen die Erneuerbaren in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr die Basis für eine Welt, in der Konflikte und Kriege durch Kooperation und gegenseitige Hilfe abgelöst werden.

Den vollständigen Aufruf finden Sie auch hier

Klimaschutz als Konjunkturmaßnahme?

Deutschland. Konjunkturmaßnahmen, die sich im Zuge der Coronakrise wohltuend auf die Wirtschaft auswirken, können zeitgleich dem Klimaschutz dienen. Wir wissen das schon länger und haben zum Beispiel hier darauf aufmerksam gemacht. Seit Ende Mai wusste das auch das Bundesumweltministerium, das bei vier Wirtschaftsinstituten eine Studie zu sozio-ökologischer Konjunkturpolitik in Auftrag gegeben hatte. Das DIW Berlin, das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), das Institut für Sozioökonomie (ifso) und das Institut für Makroökonomik und Konjunkturforschung (IMK) kamen zu dem Ergebnis, dass Klimaschutz zu den wirksamsten Konjunkturimpulsen überhaupt gehöre. Die Forscher benennen dabei die Möglichkeiten von sozial-ökologischen Impulsen in den Bereichen Energie, Gebäude, Verkehr und Industrie. Der besondere Schwerpunkt liegt auf der kommunalen Ebene. 

Anfang Juni nun beschloss die Bundesregierung ihr 130-Milliarden-Euro Konjunkturpaket, um die Coronakrise zu bewältigen. Von vielen Seiten wird das Paket gelobt. Und das auch nicht ganz zu Unrecht, schließlich sind überraschend gute Ansätze darin zu finden. Zum Beispiel kann man sich freuen über die Förderung der E-Mobilität durch Zuschüsse für E-Autos, Ladestationen und die Förderung von grünem Wasserstoff. Sie ist notwendig für den Klimaschutz. Aber Grund zum Freudentaumel ist es nicht, dass die Kaufprämie jetzt „nur“ für Plug-In Hybride  und nicht für alle Verbrenner kommt.  Es zeigt nur, wie absurd die so genannte Klimapolitik geworden ist. Ein zukunftsweisendes Konjunkturpaket müsste Klimaschutz bei allen Maßnahmen mitdenken. Bei allen? Ja, bei allen. 

Weitere Informationen und die vollständige Studie finden Sie hier und hier

Green Deal als Aufbaustrategie

Europa. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat das milliardenschwere Programm „Next Generation EU“  vorgelegt. Es soll die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie wieder ankurbeln – unter anderem durch eine Stärkung des European Green Deal und Investitionen in Erneuerbare Energien. Insgesamt 2,4 Billionen Euro für den Aufbau kündigte von der Leyen bei der Vorstellung des Instruments Ende Mai an.  EU-Abgeordnete aber kritisierten den im Vorfeld geleakten Entwurf: Wirksame Klimabedingungen seien bislang noch nicht formuliert. Zahlreiche der Vorschläge seien im Konjunktiv gehalten, um Spielräume für die Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten am 18. und 19. Juni zu schaffen. Abgesehen davon sind Anreize für Gebäudesanierung, Investitionen in Erneuerbare Energien und Energienetze sowie die Förderung von Zug- und Fahrradinfrastruktur wünschenswert. Wenn sie aber zeitgleich mit der Unterstützung für klimaschädliche Branchen und Unternehmen implementiert werden, drohen ihre Effekte zu verpuffen.  

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Naturschutz gegen Pandemien

Global. Ende Mai forderten namhafte Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die Bundeskanzlerin zu konsequentem  Handeln bei der Verabschiedung des "European Green Deals" und der neuen Biodiversitätsstrategie der UN-Konvention zum Schutz der Biologischen Vielfalt (CBD) auf. Indem natürliche Kohlenstoffsenken erhalten und Emissionen gebunden werden, würden wesentliche Beiträge zum Klimaschutz geleistet sowie die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit an den Klimawandel gestärkt. Außerdem bilde ein gestärkter und erweiterter Schutz natürlicher Lebensräume, insbesondere in den Tropenwäldern, für Menschen auch einen natürlichen Schutzschild gegen weitere Pandemien. Die aktuelle Corona-Pandemie zeigt uns auf erschreckende Weise, wie sehr das Leben und die Gesundheit der Menschen von einem gesunden Planeten abhängig sind. Gleichzeitig bietet diese Krise die einmalige Chance, die unabdingbar grundlegenden Änderungen in unseren Wirtschafts- und Finanzsystemen einzuleiten, um die Zukunftsfähigkeit der Menschheit zu sichern.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Protest gegen Datteln VI

Deutschland. „Heute ist ein beschämender Tag für Europa, da wir ein brandneues Kohlekraftwerk in Betrieb nehmen“, schrieb Klimaaktivistin Greta Thunberg auf Twitter. Zahlreiche Umweltaktivisten haben letztes Wochenende im nördlichen Ruhrgebiet gegen das gerade in Betrieb genommene Kraftwerk Datteln IV protestiert. Es sei eine Provokation, den angekündigten Ausstieg aus der Kohleförderung mit einem neuen Kohlekraftwerk einzuleiten, hieß es bei der Klimabewegung Fridays For Future. Auch ehemalige Bergleute fanden sich unter den Protestierenden. Sie kritisierten, dass der Steinkohlebergbau in Deutschland eingestellt und den Angestellten gekündigt wurde, jetzt aber Kohle importiert werde. Der Ankauf von Steinkohle aus Gebieten wie Kolumbien und Sibirien ist nicht nur in Hinblick auf die dortige Menschenrechtspraxis höchst fragwürdig. Auch stärkt er eben jene energiepolitische Abhängigkeit, von der sich Deutschland mit Hilfe der Erneuerbaren Energien befreien könnte. Datteln VI ist überflüssig, denn diesen Sommer werden in Deutschland schon 52 Prozent des Stroms erneuerbar erzeugt. Und mit etwas politischem Willen wäre es leicht,  diese Zahl in den kommenden Jahren zu erhöhen. 

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.