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Kommende Veranstaltungen

EUROSOLAR NEWSLETTER 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

der Wonnemonat fällt in diesem Jahr nicht ganz so wonnig aus wie gewohnt: Trotz absehbarer Lockerungen macht die Pandemie den Menschen weiterhin zu schaffen. Sie bereitet Sorgen und spaltet in Teilen nun die Gesellschaft. Verschwörungstheorien haben dieser Tage Hochkonjunktur.

Doch statt kruden Ideen darüber anheim zu fallen, wer angeblich im Hintergrund die Fäden zieht, sollten wir uns auf die Missstände konzentrieren, die wir kennen und denen wir Einhalt gebieten können. Deshalb sehen wir von EUROSOLAR es mehr denn je als unsere Aufgabe, den Blick geduldig immer wieder auf die Energiewende zu lenken. Die Klimakrise hat nichts von ihrer Dringlichkeit verloren. Im Gegenteil: Gerade jetzt fällt auf, wie anfällig unsere Wirtschaft für Störungen ist und wie sehr diejenigen Industrien profitieren, die die lauteste – weil finanzkräftigste – Lobby haben. Eine klimaverträgliche und sozial gerechte Wirtschafts- und Lebensweise auf Basis von 100 Prozent Erneuerbaren Energien braucht deshalb nun unser ganzes Engagement. Lesen Sie im Folgenden den Aufruf „Raus aus der Coronakrise mit Erneuerbaren Energien“ und einige Meldungen, die Anlass zur Hoffnung geben.

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht

Ihr EUROSOLAR-Team

Solarpreise

Noch bis 31. Mai für den deutschen und bis 31. Juli für den europäischen Solarpreis bewerben!

Die Energiewende wird von zahllosen tatkräftigen Akteuren weiter gestaltet – auch in der Krise, auch in Quarantäne und trotz immer neuer Hürden. EUROSOLAR sucht diese Energiehelden des neuen Jahrzehnts: Engagierte Personen, Zusammenschlüsse und Organisationen können sich jetzt mit ihrem Projekt für die renommierten Solarpreise bewerben. Die Solarpreise feiern die lokalen Akteure der Energiewende und geben ihnen die Möglichkeit, ihre erfolgreichen Projekte vor einem großen Publikum zu präsentieren, sich auszutauschen und ihre Kenntnisse weiterzugeben. Bewerbungen können schnell und unkompliziert online eingereicht werden.

Wer kann teilnehmen?

Die Bewerbungsfrist für den deutschen Solarpreis 2020 endet am 31. Mai 2020 und die für die europäischen Solarpreis 2020 am 31. Juli 2020. Zur Teilnahme aufgerufen sind Städte, Gemeinden, Architekten, kommunale und private Unternehmen, Vereine, Organisationen und Genossenschaften, Journalisten und natürlich Bürger. Die Verleihung erfolgt in verschiedenen Kategorien – von Mobilitätslösungen über solare Architektur und Stadtentwicklung bis zu Projekten in den Bereichen Bildung, Eine-Welt-Zusammenarbeit und Medien. Eine qualifizierte Jury entscheidet über die Preisträger, die am Ende des Jahres im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung gebührend gewürdigt werden.

Weitere Informationen zum Deutschen Solarpreis und zum Europäischen Solarpreis

Mit Dank für die Unterstützung an unseren Medienpartner

Pressemitteilung:
EUROSOLAR-Appell: Raus aus der Coronakrise mit Erneuerbaren Energien

Bonn, 29.04.2020 – Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR, Axel Berg, Vorsitzender der deutschen Sektion, und Claus P. Baumeister, EUROSOLAR-Kurator, erklären gemeinsam:

Die in der Coronakrise neu entdeckte Kapazität zu schnellen und umfassenden finanziellen, wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen darf nicht nur dazu führen, alte und umweltschädliche Industrien wieder hochzufahren. Sie muss auf den Kampf gegen die eskalierende Klimakatastrophe übertragen werden: Diese ist ungleich gefährlicher für unsere Gesundheit und die Wirtschaft und wütet bereits wesentlich länger.

Jetzt gilt es, die augenblickliche Finanzierungsbereitschaft der öffentlichen Hand – von EU, Bund, Ländern und Kommunen – für eine rapide Umsetzung der Energiewende einzusetzen. Es geht uns um eine friedliche und friedensstärkende Mobilisierung aller Kräfte. Der Regenerative Corona-Stimulus muss heute genutzt werden – und nicht erst nach der Krise.

Keine gesellschaftliche Kosten entstehen, wenn ab sofort weniger fatale und verschwenderische Branchen gestützt, sondern stattdessen ein gezielter, radikal dekarbonisierter Energiemarktrahmen gesetzt und so erneuerbare Technologien entfesselt werden. Befreit von den gegenwärtig bestehenden bürokratischen Hürden entwickeln sich regenerative Aktivitäten, Beschäftigungszahlen und neue Industrien wie von selbst.

Die Medien sind täglich voll mit neuen Fallzahlen und Narrativen zur Coronakrise, ihren medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen sowie individuellen Schicksalen. Die wesentlich brisantere und bedrohlichere  Klimadestabilisierung und die existenzielle Bedeutung einer sofortigen Energiewende als essenzielle Grundlage aller ökologischen Maßnahmen – von der Landwirtschaft bis zum Verkehr – sind völlig aus dem Blickfeld geraten.

Das Grauen, das Covid-19 bei Vielen auslöst, ist nichts Neues für alle, die sich der Schrecken der Erderhitzung bewusst sind. So furchterregend das neue Virus auch ist, die fossile Energieabhängigkeit und die hierdurch und durch verfehlte Bodennutzung ausgelösten Dürren, Brände, Hitzewellen und Überschwemmungen haben bereits heute ungleich mehr Menschenleben als Corona  gefordert und sind  damit in ihrer Mortalität weit höher als das Virus je werden kann. EUROSOLAR ist zentraler Teil der breiten gesellschaftlichen Bewegung hin zu einer regenerativen Kultur. Unser Beitrag liegt in der Grundforderung, eine nachhaltige Infrastruktur für unsere Wirtschaft, Gesellschaft und Zukunft sofort umzusetzen, heute, zusammen. Deshalb dieser Aufruf.

Die bekannten Prinzipien der dezentralen und resilienten Energiewende zu 100 Prozent regenerativer Versorgung können, durch einen klugen Einsatz der erforderlichen Covid-19-Stimuluspakete, sowohl einen kurzfristig stabilisierenden Zweck verfolgen als auch auf lange Sicht – durch den unmittelbaren Umbau unserer Energie- und Grundversorgungsinfrastruktur – das Überleben der Menschen auf dem Planeten bewerkstelligen. Hierdurch können auch alle bestehenden ökologischen und klimastabilisierenden Ziele erreicht werden. […]

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Endlich: Das neue SOLARZEITALTER ist da!

Mit einer Corona-bedingten Verzögerung und in neuem Design ist nun endlich die neueste Ausgabe des SOLARZEITALTER erschienen. Und sie hat es in sich: EUROSOLAR-Präsident Peter Droege ruft zur Dekade der Regeneration auf, Dörte Fouquet analysiert den Europäischen Green Deal, Bundestagsabgeordnete Nina Scheer wirft einen Blick zurück auf 20 Jahre EEG und ihr Kollege Timon Gremmels widmet sich dem Mieterstrom als Treiber der bürgernahen Energiewende. Lesen Sie außerdem interessante Artikel von Claus P. Baumeister, Axel Berg und vielen anderen.

Hier können Sie Einzelexemplare oder gleich ein Abonnement bestellen.

Deutsche Klimasorgen

Deutschland. Seit Monaten ist die Corona-Pandemie nun Thema Nummer 1 in allen Medien von Anne Will bis zur tageszeitung. Die wesentlich größere Gefahr der Klimaerhitzung scheint dadurch in Vergessenheit zu geraten. Eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Ipsos zeigt allerdings, dass dem nicht so ist: Laut aktueller Erhebungen, die vom 16. bis 19. April unter 28.000 Personen in 14 Ländern durchgeführt wurden, sind mehr als zwei Drittel der Deutschen (69 Prozent) der Ansicht, dass der Klimawandel langfristig gesehen eine ebenso ernste Krise ist wie die gegenwärtige COVID-19-Pandemie. Nur jedem vierten Bundesbürger (24 Prozent) bereitet die Ausbreitung des Coronavirus auf lange Sicht größere Sorgen als die Klimakrise. Auch aus einem repräsentativen Meinungsbild mit rund 5.000 Befragten des Meinungsforschungsinstituts Civey geht hervor, dass die Menschen sich weiterhin um das Klima sorgen: Auf die Frage „Was ist aus Ihrer Sicht das dringendste internationale Problem, das die Bundesregierung während der Corona-Pandemie nicht aus den Augen verlieren sollte?“ entschieden sich mit 33,2 Prozent die meisten Teilnehmer für die Klimakrise.

Mehr dazu lesen Sie hier und hier

Engagierte Energieminister

Deutschland. Die Energieminister der Länder fordern höhere Investitionen in die Energiewende – auch, um die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder wachsen zu lassen. Sie treten außerdem für Entlastungen beim Strompreis ein, wie Anfang Mai nach einer Konferenz der Energieminister mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier  bekannt wurde. NRW-Energieminister Andreas Pinkwart als Vorsitzender des Ministertreffens erklärte, die Energiewende könne ein wichtiger Wachstumsmotor zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise werden. „Damit das gelingt, brauchen wir jetzt starke Anreize für weitreichende Investitionen in erneuerbare Energien, intelligente Stromnetze und Wasserstoffinfrastrukturen.“ Die Bundesregierung müsse außerdem kurzfristig einen Förderdeckel bei der Photovoltaik streichen. Das Kohleausstiegsgesetz müsse noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei ambitionierten Forderungen bleibt. Denn Deutschland braucht die Energiewende dringender denn je.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kohlefreie Alpenrepublik

Österreich. Nachdem das letzte Kohlekraftwerk Ende April vom Netz genommen wurde, ist die Kohleverstromung unserer Nachbarn nun vollständig beendet. Dies ist ein großer Schritt hin zum nationalen Klimaziel, die Energieversorgung bis 2030 zu 100 Prozent auf Erneuerbare Energien umzustellen. Doch nicht nur in Österreich geht die Kohleverstromung stark zurück: Schon 33 Länder haben den Kohleausstieg fest beschlossen und es werden immer mehr, die sich der Dringlichkeit der Energiewende bewusst werden. Umso größer der Skandal, dass Deutschland als  ehemaliger Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien beim Kohleausstieg mittlerweile ganz hinten rangiert.

Mehr Informationen finden Sie hierhier und hier.

Schneller Kohleausstieg

Schweden. Apropos Kohleausstieg: Nach Ankündigung der Schließung des kohlebefeuerten Heizkraftwerkes KVV6 in Stockholm hat Schweden seine Kohleverstromung als drittes europäisches Land beendet. Nur einen Tag vor der Schließung von Österreichs letztem Kohlekraftwerk wurde die Entscheidung bekannt gegeben. Demnach wurden die schwedischen Anlagen bereits zwei Jahre früher stillgelegt als der Plan für 2022 vorsah. Nachdem einer der Kesselräume des letzten Kraftwerkes Ende 2019 geschlossen wurde und für den anderen aufgrund des milden Winters kein Bedarf bestand, konnte die Anlage frühzeitig stillgelegt werden. Schweden ist dem Ziel einer klimaneutralen Nation mit Nullemissionen demnach einen Schritt näher gekommen und setzt zudem durch schnelles Handeln einen klaren Trend für Europa, hin zum Klimaschutz und einer vollständigen Versorgung mit Erneuerbaren Energien.

Mehr darüber lesen Sie zum Beispiel hier.

Aufgestockte Solarförderung

Schweiz. Um den negativen Auswirkungen der Corona-Krise entgegenzuwirken, stockt die Schweizer Regierung die Solarförderung um 46 Millionen Schweizer Franken auf. Insgesamt stehen für den Zubau von Photovoltaik-Anlagen somit 376 Millionen Schweizer Franken als Einmalvergütung für große und kleine Anlagen zur Verfügung. Die Förderung wird mithilfe eines Netzzugschlagfonds finanziert, in den die Schweizer Stromverbraucher ähnlich wie beim EEG einzahlen. Das Bundesamt für Energie geht davon aus, dass sich die Wartelisten für die Gewährung der Einmalvergütung für Photovoltaik-Anlagen durch die Sondermittel deutlich verkürzen werden. Bisher lag die Frist bei rund einem Jahr zwischen Beantragung und Bewilligung. Die Warteliste für große Photovoltaik-Anlagen könnte komplett abgebaut werden. Für einen im Februar eingereichten Antrag sei mit einer Bearbeitungszeit von drei Monaten zu rechnen. Zustände, von denen man in Deutschland nur träumen kann. Hierzulande zerstört derweil der Solardeckel den Markt für kleine PV-Anlagen und Heimspeicher.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier und hier.

Vielversprechende Energiewende

Global. In ihrem „Global Renewables Outlook“ zeigt die Vereinigung, die von EUROSOLAR-Gründer Hermann Scheer initiiert wurde: Die Dekarbonisierung des Energiesystems unterstützt die kurzfristige Erholung der Wirtschaft und schafft gleichzeitig widerstandsfähige Volkswirtschaften und Gesellschaften. Die kumulativen globalen BIP-Gewinne könnten laut Report bis zum Jahr 2050 um 98 Billionen US-Dollar über das Business-as-usual-Niveau hinaus gesteigert werden. Die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien könnte sich auf 42 Millionen fast vervierfachen. Ein gewaltiges Potential, das zu heben unserer Unterstützung bedarf!

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