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EUROSOLAR NEWSLETTER 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

wir hoffen, Sie haben trotz der widrigen Umstände schöne Osterfeiertage verbracht und Ihre Freunde und Verwandten zumindest auf dem Bildschirm grüßen können. Denn Corona hat uns weiterhin fest im Griff – das tägliche Leben und Arbeiten sind ebenso davon gezeichnet wie die Medienberichterstattung. Vielleicht können auch Sie keine Schreckensmeldungen mehr hören, vielleicht sind Ihnen auch (zwangs-) optimistische Aufmunterungsversuche zu viel, doch wahr bleibt: Die Krise ist insofern eine Chance, als dass sie uns aufzeigt, wie schnell wir als Gesellschaft eigentlich zu massiven Reaktionen fähig sind, wenn es darauf ankommt. Umso wichtiger ist es daher, dass wir beim lange überfälligen Umschwung zum Regenerative Zeitalter die Trägheit der Systeme überwinden. Das Home Office und unsere Zusammenkünfte per Elektronik müssen – vorübergehend aber verstärkt - Erfüllung in völlig neuer Zusammenarbeit für den regenerativen Umbau von Wirtschaft und Gemeinschaft bringen. In seinem Aufruf äußert EUROSOLAR-Präsident Peter Droege sich ausführlich zu der Frage, wie die Krise als Momentum für das Zeitalter der Erneuerbaren Energien zu nutzen ist. Außerdem haben wir erneuerbare Neuigkeiten aus Deutschland und der Welt für Sie.

Eine spannende Lektüre wünscht

Ihr EUROSOLAR-Team

Corona-Impuls zur befreienden Ära der Regeneration: Vom Virus in die Sonne

Prof. Peter Droege, Präsident EUROSOLAR e.V.

Sanfte und späte Auswirkungen der Ölkrisen der 70er Jahre waren es, die endlich erfolgreichen Bemühungen Europas, die Sommerzeit und Zeitverschiebung einzuführen, gefußt auf einem Jahrhundert diverser Anläufe in Kriegs- wie in Friedensjahren. Am 6. April 1980 war es soweit, die meisten europäischen Länder, Deutschland voraus, verstellten ihre Uhren, um die Arbeitszeit etwas synchroner mit dem Sommer-Tageslicht zu gestalten. Die erste gemeinsame Sommerzeit währte vom 6. April 1980, 14:00 (MEZ) bis zum 28. September 1980, 15:00 (MESZ).

Eigentlich ist dies eine Position EUROSOLARs wert – eine Mitteilung oder Position zur Zelebration der Sonne, durch eine zweimal jährliche kollektive Verbeugung über dem europäischen Handgelenk, die Uhren verstellend. Wir möchten es aus aktuellem Anlass jedoch hierbei belassen, und auf ein Problem verweisen, das diese Idee der kooperativen Solarsynchronisierung illustriert: Solche wichtig winzigen und langsamen Gesten des gemeinsamen Handelns reichen schon lange nicht mehr.

Die Geschwindigkeit des neuen Corona-Virus, 2019er Modell, überraschte viele. Plötzlich löste sich alles öffentliche, kulturelle, Geselligkeit genießende soziale Leben auf: zombiehaft schein-erloschen oder virtualisiert mutiert. Dennoch hätte es niemanden überraschen sollen. Denn Pandemien und Virusplagen sind seit Hunderten von Jahren, Jahrtausenden gar, unsere Begleiter. Sogar die Verschwörungstheoretiker unter uns wissen um die seit mindestens zehn Jahren häufigeren Warnungen vor präzise so einem pandemischen Ausbruch, etwa von dem Philanthropenpaar Rockefeller- und Bill & Melanie-Gates-Stiftung.

Überraschend war eher, wie schnell unsere Gesellschaft sich anpasste, den Ausnahmezustand als Alltag akzeptierte und sich in die Kammer kuschte. Unsere Systeme klickten förmlich zusammen, als hätten sie nur darauf gewartet: Wir entdeckten uns als eine instinktive Schwarmintelligenz, die beinahe natürlich-angstbegeistert darauf reagierte. Weltweit zuckte die Menschheit zusammen und rückte auseinander, griff nach Maske, Klopapier und Seife – manche besser und routiniert wie Taiwan und Südkorea, manche dezentral-föderal-effizient und effektiv wie Deutschland, und manche überrumpelt, stolpernd und kriegerisch, wie die Vereinigten Staaten – oder Kenia, oder die Philippinen. […]

Lesen Sie den vollständigen Aufruf hier.

20 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – Zehn Jahre EEG-Deform

Zum 20ten Jahrestag des Inkrafttretens des Erneuerbare Energien Gesetzes erklärt der Vizepräsident von EUROSOLAR e.V., Stephan Grüger:

„Heute vor 20 Jahren trat das EEG in Kraft. Es war das erfolgreichste industriepolitische Gesetz in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Kosten der Erneuerbaren sanken massiv (und sinken weiter) mit den degressiv sinkenden Einspeisevergütungen; rund 400.000 Arbeitsplätze entstanden. Das Ziel des EEG war von Beginn an ein Sinken der Einspeisevergütung auf Null.

Aber während der Regierungszeit der schwarzgelben Bundesregierung 2009-2013 begann der perfide Kampf gegen Erneuerbare Energien und das EEG durch ständige EEG-Deformen. Ziel ist, das EEG durch Änderungen dysfunktional zu machen. Spiritus Rector dieser infamen Strategie ist der heutige Bundeswirtschaftsminister Altmaier. Durch diese Eingriffe sind bereits mehr als 100.000 Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien vernichtet worden. Gleichzeitig stieg die EEG-Umlage durch die Einführung einer paradoxen Berechnungsweise (siehe "EEG-Paradoxon") deutlich.

Das EEG muss dringend wieder repariert und die Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren Energien beschleunigt werden. Denn die kostspieligste Variante der Energieversorgung ist der Parallelbetrieb zweier nichtkompatibler Systeme.“

Die Pressemitteilung finden Sie auch hier.

Allianz für Grünen Umschwung

EU. Fast 200 Politiker, Unternehmenschefs, Gewerkschaftsvertreter und Nichtregierungsorganisationen haben in einem offenen Brief einen „grünen Aufschwung“ nach der Corona-Krise gefordert. „Covid-19 wird den Klimawandel und die Zerstörung der Natur nicht verschwinden lassen", heißt es in dem Aufruf, der in Zeitungen in Frankreich, Belgien, Italien, Portugal, Spanien sowie der Slowakei erschien. Der Kampf gegen den Klimawandel müsse der zentrale Punkt der künftigen Wirtschaftsstrategie der EU sein. „Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft, der Schutz der Artenvielfalt und die Umgestaltung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bieten die Möglichkeit zum schnellen Aufbau von Jobs und Wachstum – und können dazu beitragen, Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen.“ 

Der Aufruf ist gut, aber ohne klarere, viel nähere Ziele und umgehend regenerative Maßnahmen kann er schnell als Lippenbekenntnis verdunsten. Der andere schwerwiegende Denkfehler ist hier, dass es zu einem grünen Aufschwung  „nach“ der Krise kommen soll – wo doch gerade jetzt, auf einer etwas niedrigeren Stufe der wirtschaftlichen Emsigkeit, der Regenerative Umschwung stattfinden kann. Denn: Was heißt schon „nach der Krise“? Die weltweite Energie- und Friedenskrise nimmt weiter Fahrt auf – das ist die echte Krise, jetzt. Die große Gelegenheit für einen schnelleren Umstieg ist gerade in dieser Situation vorübergehend verringerten Energiebedarfs und nicht erst „danach“.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier

52-GW-Deckel muss weg!

Deutschland. In einer Stellungnahme zum aktuell diskutierten Kohleausstiegsgesetz fordert der Bundesrat von der Regierung die sofortige Streichung des Solardeckels aus dem EEG. Denn im Sommer ist es soweit: Der Ausbaudeckel von 52 GW Photovoltaik-Leistung wird erreicht sein. Alle Anlagen, die darüber hinaus angeschlossen werden, fallen aus der Förderung. Schon jetzt ist der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen durch Investitionsängste gehemmt und behindert den Klimaschutz. Deshalb spricht sich EUROSOLAR immer wieder in aller Deutlichkeit für die Abschaffung des 52-GW-Deckels aus. 

Renommierte Wissenschaftler wie Volker Quaschning plädieren ebenso für die Abschaffung wie Branchenvertreter der Erneuerbaren Energien: Der Bundesverband Solarwirtschaft und der BDEW sowie Landesverbände aus Bayern, Baden-Württemberg und NRW appellierten unter anderem in einem offenen Brief mit der Unterschrift von knapp 2.000 Unternehmen an das Bundeskanzleramt, um die Existenzgefährdung der Solarbranche zu beenden.  Diese Arbeitsplätze zu vernichten, während Milliarden an Steuergeldern in die Rettung von Kohlejobs gesteckt werden, wäre mehr als zynisch.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Coronavirus: Auswirkungen auf den Klimaschutz

Weltweit. Die Auswirkungen des Coronavirus erstrecken sich besonders auch über die Energiebranche. Durch die Ausgangs- und Kontaktsperren vieler Länder sowie die Schließung großer Produktionsstätten und den stark beschränkten Luftverkehr haben sich die CO2-Emissionen weltweit deutlich verringert. Alleine in China gingen sie seit dem Ausbruch von Covid-19 um rund 25 Prozent zurück. Doch langfristig betrachtet könnte das Virus der Energiebranche gewaltig schaden: Nicht nur, dass die Maßnahmen lediglich vorübergehend sind und die Wirtschaft in China bereits wieder in Gang gesetzt wird. Die Länder wollen ihre wirtschaftlichen Einbußen so schnell wie möglich aufholen, wodurch der Klimaschutz schnell auf der Strecke bleibt. Auch hat das Verschieben oder Streichen aller Veranstaltungen einen großen Einfluss auf die Verhandlungen über den Klimawandel: Klimastreiks und Demonstrationen können nicht stattfinden und erreichen somit auch keine mediale Aufmerksamkeit und die Finanzierung grüner Projekte wird zunehmend schwieriger.

Um aus der Krise also eine Chance zu ergreifen, ist es wichtig, in den nächsten Wochen und Monaten grüne Ziele voranzutreiben, keinen Subventionsforderungen der fossilen Brennstoffindustrie nachzugeben und das zur Verfügung gestellte Geld in die Förderung und den Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaft zu investieren. Wenn das berücksichtigt wird, kann der schnelle Übergang zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien gelingen.

Weitere Informationen finden Sie zum Beispiel hier und hier.

UN-Klimakonferenz verschoben

Weltweit. Aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Covid-19-Virus wurde der Weltklimagipfel COP26, der für November angesetzt war, auf das Jahr 2021 verschoben. Eine Verbesserung der Emissionsziele, Pläne zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens sowie weitere wichtige Klimafragen müssen demnach zunächst vertagt werden, obwohl es gerade jetzt von Bedeutung ist, den Klimaschutz zu bestärken.

Denn nicht nur das Coronavirus, sondern vor allem der Klimawandel ist eine Bedrohung, die so schnell wie möglich beendet werden muss. Die Zeit muss genutzt werden, sich über die Folgen des Klimawandels bewusst zu werden und intensiver auf das Ziel der Null-Emissionen hinzuarbeiten, während gleichzeitig auch die Wirtschaft nachhaltig gestärkt werden kann.  Trotz der Verschiebung des Klimagipfels soll der Zeitplan eingehalten werden, bis September ein neues EU-Klimaziel für das Jahr 2030 erarbeitet zu haben. Aktuell prüft die Kommission eine Erhöhung der Grenze für den Treibhausgas-Ausstoß von derzeit 40 Prozent Reduzierung gegenüber 1990 auf 50 bis 55 Prozent.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Umweltschutzmaßnahmen ausgesetzt

USA. Das Coronavirus sowie der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden haben in den USA dazu geführt, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA die Überwachung der Umweltschutzgesetze auf unbestimmte Zeit ausgesetzt hat. Demnach unterliegen Unternehmen bei der Luft- und Wasserverschmutzung derzeit keinen Sanktionen, sofern diese nachweislich durch die Folgen der Coronakrise verursacht wurden. Erst bei einer voraussichtlich unmittelbaren Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch die Auswirkungen dieser Entscheidung soll geprüft werden, ob die EPA eingreift.

Gewisse Lockerungsmaßnahmen für die Wirtschaft mögen sinnvoll sein, doch die Einhaltung von Umweltauflagen sollte gleichzeitig höchste Priorität haben. Besonders in Zeiten der Pandemie wird das Aussetzen der Auflagen zu noch größeren gesundheitlichen Schäden führen, vor allem da das Atmungssystem der Infizierten des Covid-19-Virus bereits angegriffen wird. Eine erhöhte und nicht sanktionierte Luftverschmutzung durch Industriebetriebe wird nur noch weitere Schäden sowie Atemwegserkrankungen verursachen. Um besonders Infizierte und Risikogruppen zu schützen, muss also gerade in diesen Zeiten vermehrt auf die Einhaltung von Umwelt- und Gesundheitsmaßnahmen geachtet werden. Die Krise sollte genutzt werden, sich über die Auswirkungen des Klimawandels bewusst zu werden und positive Änderungen zu machen, statt bereits erzielte Erfolge zu verwerfen. 

Mehr Informationen finden Sie hier und hier.

Klima-Appell des Dalai Lama

Indien/Deutschland. „Schützt unsere Umwelt“ heißt der frisch veröffentlichte Klima-Appell, den der Dalai Lama mit Franz Alt verfasst hat. Langfristig, so sagen uns die Klimawissenschaftler, ist die Klimaerhitzung das weit größere Problem als das Corona-Virus. Es wird sehr wahrscheinlich bald eine Zeit nach Corona geben. Aber der Klimawandel kann den gesamten Planeten für Jahrtausende unbewohnbar machen. In seinem Schreiben bittet der Dalai Lama die Älteren um mehr Solidarität mit der jungen „Fridays-for-Future“-Bewegung. „Lasst die Jungen nicht allein beim Kampf um ihre Zukunft“, fordert er. Und die Politik bittet er, nach der Corona-Krise die Vorschläge der Wissenschaftler so ernst zu nehmen wie sie das bei der Corona-Krise gerade weltweit tut. So wie in diesen Tagen die Bundesregierung auf die Vorschläge des Robert-Koch-Instituts hört, sollte sie künftig auf die Vorschläge der Klimawissenschaftler hören. Wir stimmen zu – denn es ist allerhöchste Zeit!

Den vollständigen Appell finden Sie hier.