Newsletter

Kommende Veranstaltungen

Zur Zeit sind keine Veranstaltungen verfügbar

EUROSOLAR NEWSLETTER 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

die Welt steht Kopf und die Corona-Maßnahmen machten die Vertagung unserer IRES 2020 und der Konferenz „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ unvermeidlich. Die neuen Termine werden in Kürze bekannt gegeben,

Diese momentanen Verschiebungen dürfen uns gerade jetzt nicht davon abhalten, ein noch höheres öffentliches Interesse zu wahren. Nämlich weiterhin das „fossile Virus“, wie EUROSOLAR-Präsident Prof. Peter Droege es im EUROSOLAR-Aufruf nennt, zu bekämpfen – auf dem Abkürzungsweg zur regenerativen Welt. Denn obwohl die eskalierend fossil befeuerte Klimaerhitzung noch deutlich gefährlicher ist als Covid-19 schreitet sie – von der Politik nun noch mehr vernachlässigt – mit großen Schritten voran. 

Auch wenn der fossile Emissionsausstoß durch den gegenwärtigen, rapiden Einbruch vorübergehend gedämpft wird – ist nun die große Chance – ja genau jetzt – über die erzwungene wirtschaftliche Verlangsamung und richtig eingesetzter Stimulus-Maßnahmen den Großen Umstieg zu schaffen. Die Umsetzung des RED, der Regenerative Earth Dekade – das ist unsere große Forderung unserer 2020er-Kampagne. Deshalb ist es so wichtig, gerade in diesem epochalen Moment einschneidender Ängste und Umbrüche den Blick glasklar auf das unverbrüchliche Ziel zu richten. Dieses Ziel umfasst gesellschaftlichen Zusammenhalt und Stärkung des europäischen Friedensideals – Nachhaltigkeit ist grenzenlos.

Wir beginnen deswegen mit einem Appell, uns gerade jetzt bei unserer Arbeit ganz speziell zu unterstützen. Unsere Vereinsarbeit ist zum größten Teil durch unsere Veranstaltungen und Mitarbeiterbeiträge sowie wichtige Spenden und gemeinnützige Beiträge getragen.

Sie können direkt helfen, indem Sie selbst Mitglied werden, falls sie es noch nicht sind, Ihre Mitgliedsbeiträge stärken oder neue Mitglieder motivieren.

Weitere Neuigkeiten und Hintergründe finden Sie unten – aber zuerst liefert Prof. Droege einige Gedanken zur gegenwärtigen Lage.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihr EUROSOLAR-Team

Die Covid-19 Pandemiepanik…

…stellt als völlig neue Herausforderung Bedrohung wie auch Chance dar. Die geballte Angriff auf unsere Gesundheit und die wirtschaftliche ist erste Priorität, und Fokus einer präzedenzlosen Kampagne, in der nur Zusammenarbeit und Gemeinschaftsdenken Versprechen auf Hoffnung geben. Es ist schwer, nicht überwältigt zu werden von der schier unaufhaltsamen Wucht und Geschwindigkeit mit der das Virus ‚sich’ nicht nur perfekt für ACE2, das menschliche Aufnahmeprotein, sondern auch die globalisiert vernetzte Welt ‚vorbereitet’ hat, nun Wirtschaft bedroht – aber auch neue Verhalten verlangt, CO2 reduziert, die Blase der globalen Luftfahrt verkleinert, das ganze Konzept des globalen Massentourismus untergräbt, gesunden Lebensstil belohnt und achtsamen Fokus auf Selbst, Familie, Freunde und Gemeinschaft, dauernde Werte und Gesundheit und Erkenntnis richtet.

Es gilt nun durch massive Unterstützung aller Mittel-, Klein- und Kleinstteilnehmer der Wirtschaft den Kollaps zu verhindern, autokratischen Tendenzen durch solidarischen Gemeinschaftssinn entgegen zu wirken – und trotzdem den Umstieg vom fatalen globalen Fossilmodell in die lokale und regionale Energiewende nun endlich zu schaffen. Sofern zentrale und dezentrale Gegenmaßnahmen auf regenerativen Umbau – den Großen Umstieg – konzentriert werden können, müssen sie das tun. Dies kann und muss das Ende des fossilen Zeitalters bedeuten.

So stellt uns COVID-19 auf eine neue Ebene der Erkenntnis: Fossile Energien und fossil abhängige Industrien geraten gerade jetzt in Krise der eigenen Todesspirale, Erneuerbare Investitionen legen weiter stark zu – trotz oder gerade wegen des Ölpreiseinbruchs und des Kollapses ganzen Förderindustrien. Nach der Krise von 2008 forderten viele, dass die Stimuluspakete ‚regenerativ’ angelegt werden müssen, also auf Erneuerbare Energien und die nachhaltige Umstrukturierung von Landwirtschaft, Transport und Produktion ausgerichtet werden muss, neben gesunden Finanz- Institutionen – aber es geschah leider überhaupt nicht. Das blinde Konsumrennen und exponentiell steigende CO2 und NH4-Emissionen steigerten sich nur weiter.

Nun führt kein Weg daran vorbei, den Gott- oder Gaia-gegebenen ‚Wink mit dem Corona-Zaunpfahl’ für den sozial gerechten, ethisch-energetischen Umbau zu nutzen, der ja am schnellsten möglich ist, wenn die Wirtschaft nicht auf überzogenem, künstlich finanziertem, und fossil befeuertem Volldampf fährt, sondern auf dem regenerativen Umstiegsgleis etwas vorsichtiger und achtsamer rangiert. Sobald der rettende Umstieg aus den fossil-nuklearen Fahrtrinnen gelungen ist, werden sich die Märkte stabiler und effizienter verhalten als unter dem global vernetzten, hochriskanten und für viel zu viele bereits heute tödlichen fossilen Regime. Corona ist Bedrohung – aber in gewisser Hinsicht auch Freund – solange wir Solidarität, Kooperation und Koordination stärken und unseren neu gefundenen menschlichen Sinn meistern: Leben auf Erden zu regenerieren, nicht auszuschlachten. Denn was ist sonst der Zweck der Menschheit?

Prof. Peter Droege, Präsident EUROSOLAR e.V.

IRES 2020 – Vertagt!

Der deutliche Anstieg der Zahl der mit SARS-CoV-2 infizierten Personen, schon lange nicht mehr nur in Nordrhein-Westfalen, hat dazu geführt, dass die diesjährige IRES-Konferenz verschoben wird. Die Veranstalter folgten damit der Empfehlung des Krisenstabes der Bundesregierung bei der Risikobewertung von Großereignissen und berücksichtigen die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts.

Die Entscheidung wurde in voller Verantwortung für die Sicherheit von Teilnehmern und Mitarbeitern getroffen.

Sobald ein alternativer Veranstaltungstermin feststeht, erfahren Sie es hier und über unsere Kommunikationskanäle.

Die aktuellsten Informationen finden Sie unter www.energystorageconference.org

Konferenz „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ in Speyer: Vertagt!

EUROSOLAR e.V. und die Stadtwerke Speyer GmbH verschieben die EUROSOLAR-Konferenz "Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ geplant für den 29.- 30. April 2020 in Speyer aufgrund der aktuellen Entwicklungen bei der Ausbreitung des Coronavirus.

Die Veranstalter sind sich ihrer Verantwortung in der aktuellen Situation voll bewusst und folgen mit der Verschiebung der Konferenz den Empfehlungen der Bundesregierung, um die größtmögliche Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.

EUROSOLAR e.V. und die Stadtwerke Speyer GmbH bedanken sich bei Teilnehmern, Referenten und Ausstellern für Ihr Verständnis und hoffen, dass sie der Energiewende und der Stadtwerke-Konferenz treu bleiben.

Ein alternativer Termin soll noch für dieses Jahr gefunden werden und wird auf 

 www.stadtwerke-konferenz.eurosolar.de 

und über die Kommunikationskanäle von EUROSOLAR e.V. und der Stadtwerken Speyer GmbH bekannt gegeben.

! R E D A L E R T !

Aufruf zur Dekade der Regeneration:

Klimastabilisierung mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien

Eine historische Aufgabe nimmt uns alle in die Verantwortung. Covid-19 hält die Welt in Atem. Massive internationale Maßnahmen werden unternommen, um die Epidemie einzudämmen und sie daran zu hindern eine bis vor kurzem noch boomende Weltwirtschaft zu infizieren. Doch weitaus gefährlicher ist die fossile Pandemie.

Sie gilt es mit noch viel größerer Entschlossenheit zu bekämpfen. Der fossile Virus grassiert bereits seit vielen Jahrzehnten. Er hat Abermillionen von Menschen getötet und unermessliches Leid angerichtet – in der Natur ebenso wie in unserer konstruierten Welt. Das Fieber der fossil befeuerten Erderhitzung nimmt weiter ungehindert Fahrt auf: Die jahrzehntelange Abwiegelung, zu wenige, halbherzige gesetzliche Bestimmungen und das aktive Bremsen der Eindämmungsmaßnahmen – wie die Entgleisung Deutschlands ursprüngliche Energiewende – zeigen nun ihre fatalen Effekte. […]

Lesen Sie den vollständigen Aufruf hier.

Ölpreis im Sinkflug

Durch Corona sind die Menschen überall auf der Welt nun angehalten, nur noch die nötigsten Fahrten zu unternehmen. Fluggesellschaften stornieren einen Großteil ihrer Flüge. Insgesamt braucht die Weltwirtschaft aktuell deutlich weniger Öl als erwartet. Die setzt die Ölproduktion – in konventioneller wie unkonventioneller Förderung wie Fracking - weiter unter Druck, so daß eine Kettenreaktion von Insolvenzen zu erwarten sind, in einem Bereich, der auch stark auf großen und ungesicherten Krediten gehebelt sind – mit möglichen Auswirkungen auf eine andere wirtschaftliche Coronafolge: eine große virale Finanzkrise. Anfang des Monats ist zusätzlich ein Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland ausgebrochen. Die Förderländer konnten sich im Kampf um Marktanteil nicht auf eine preisstabilisierende Kürzung der Ölförderung einigen. Am nächsten Handelstag stürzte der Ölpreis  von 42 auf knapp über 30, und letzten Freitag, den 20.3. um 14.25 New Yorker Zeit auf ein Tagestief von 19.84, Dollar ab – der stärkste Einbruch seit dem Golfkrieg von 1991.

Sollte ein Preis von weniger als 30 Dollar länger bestehen bleiben, bedeutet das eine Katastrophe für die amerikanische Ölbranche. Das wiederum wird sich auf Banken und schließlich auf die gesamte Volkswirtschaft auswirken. Hier zeigt sich einmal mehr überdeutlich: Die Energiewende mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien schafft nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische und geopolitische Notwendigkeit. Nur so können wir die Abhängigkeit von Ölförderstaaten und ihrem Gutdünken überwinden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Erneuerbare Investments stark nachgefragt

Neben der Angst vor der Ansteckung prägt auch wirtschaftliche Verunsicherung die letzten Tage und Wochen. Dabei scheint nun langsam zu Tage zu kommen, welche Investments Zukunft haben. Es sind – das wird die geneigte Leserschaft nicht überraschen – Erneuerbare Energien. Denn während Anleihen und Aktien in der Corona-Krise grade deutlich an Wert verlieren, konzentrieren sich Investoren aktuell auf Erneuerbare. Experten beobachten eine enorm verstärkte Nachfrage, denn durch die Zurückhaltung an den Märkten sei Liquidität entstanden, die nun investiert werden wolle. Vor allem Institutionen schätzen Vorteile der Energiewende-Investments, die regelmäßige Ausschüttungen liefern. Einen weiteren Nutzen sehen Fachleute in dem guten Verhältnis von Rendite und Risiko. Momentan seien vor allem Portfolios gefragt, die verschiedene Energiearten, Standorte und Abnahmeverträge beinhalten. Bleibt zu hoffen, dass der Trend sich hält.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kemfert unter Beschuss

Energiewende-Expertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird als Mitglied für den Klimarat der Bundesregierung gehandelt. Dieser Expertenrat soll laut Bundesumweltministerium ( BMU) bis Ende des Jahres aufgestellt werden. Kemfert, die auch von den Medien oft als Fachfrau für Erneuerbare Energien zu Rate gezogen wird, steht nun von Seiten vieler Energiewende-Gegner unter Beschuss. Sie setzt sich für einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung und einen schnellen Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien ein. Die Aussicht, dass sie stärkeren Einfluss auf die Bundesregierung ausüben können, führt bei der Gegenseite zu einem rauen Umgangston. Rechtskonservative Blogger und Vertreter der alten industriellen Ordnung verunglimpfen die Ökonomin öffentlich. Und auch das „Handelsblatt“ schreckt nicht davor zurück, Kemferts fundierte Argumente in Zweifel zu ziehen. Doch die vermehrte öffentliche Kritik an Kemfert zeigt nicht nur, wie viel Einfluss die fossile Lobby in den Medien noch hat. Sie macht auch deutlich: Die Gegner bringen sich in Position, denn sie wissen, dass die Energiewende auf dem politischen Parkett an Schwung gewinnt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Solarpark ohne EEG-Förderung

Die EEG-Förderung für viele Anlagen läuft bald aus und Alternativen sind gefragt. Zum Glück gibt es schon  jetzt  Beispiele, die zeigen, wie auch genossenschaftliche Betreiber im Post-EEG-Zeitalter verfahren können. Eines von ihnen bietet der Energieversorger EWS Elektrizitätswerke Schönau. Die Genossenschaft schloss Anfang des Monats mit der Energiegenossenschaft InnSalzach (EGIS) ein solaren Stromabnahmevertrag, ein Power Purchase Agreement (PPA), das den Stromverkauf direkt zwischen Erzeuger und Abnehmer regelt. Als Abnahmeinstrument schafft es der Vertrag langfristig Marktsicherheit. Produziert wird der Strom vom neu errichteten Solarpark der EGIS  im niederbayerischen Unterdietfurt. Die Gesamtleistung der Anlage beträgt knapp 4,3 MWp. Im Oktober 2019 erfolgte der Netzanschluss des Solarparks. Für den Stromabnahmevertrag gilt bis Ende 2024 ein vertraglich vereinbarter Vermarktungspreis. Branchenkenner erwarten, dass zukünftig immer häufiger Projekte im Photovoltaik- und Windbereich auf Basis von PPAs finanziert oder betrieben werden – auch zwischen kleineren und EinzelproduzentInnen und NutzerInnen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Umweltpolitik digital

Anfang März stellte Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit der „Umweltpolitischen Digitalagenda“ ein umfangreiches Papier vor, das die Digitalisierung zu einem Motor für die einen nachhaltigen Wandel machen soll. Das klingt erst einmal verlockend: Auch die Bundesregierung will nun die Vorzüge des technischen Fortschritts nutzen, um das Leben und Wirtschaften nachhaltiger zu gestalten. Allerdings lässt der Maßnahmenkatalog zwar nicht in der Breite, dafür aber in der Tiefe einiges zu wünschen übrig: Statt großer Visionen und „weicher“ Maßnahmen müssten ökomische und auch ordnungsrechtliche Instrumente auf die Agenda gebracht werden, um den Wandeln, den es braucht, zu erreichen. Wesentliche Punkte wie der steigende Stromverbrauch der Digitalisierung oder Rebound-Effekte werden nicht zur Genüge thematisiert. Außerdem führt die Digitalagenda auch nicht aus, wie die Bundesregierung einzelne Politikbereiche so kohärent gestalten will, dass nicht-nachhaltige Entwicklungen minimiert werden können. Um echten Willen zum Wandel zu zeigen, reicht diese Agenda leider nicht. 

Bitte beachten Sie hierzu auch den Beitrag unseres neuen Kuratoren, Claus Baumeister, im kommenden Solarzeitalter.

Weitere Informationen finden Sie hier.