Newsletter

Kommende Veranstaltungen

EUROSOLAR NEWSLETTER Februar

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

das „Kohleausstiegsgesetz“, das nun beschlossen wurde, ringt uns nicht mehr ab als ein müdes Seufzen. Dabei bleibt erstaunlich, wie selbst die geringsten Erwartungen immer wieder unterboten werden können. Doch EUROSOLAR wäre nicht EUROSOLAR, wenn wir uns davon entmutigen ließen. Also heißt es einmal tief durchatmen und zurück in den Ring. Mit der IRES-Konferenz im nächsten Monat und der Stadtwerke-Konferenz im April gibt es schon zwei Termine, zu denen wir engagierte Expertinnen und Experten der Erneuerbaren versammeln. Und auch sonst gibt es im Folgenden von Mitstreiterinnen und Mitstreitern zu berichten. Und der Frühling ist nah...

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht

EUROSOLAR Veranstaltungen

IRES 2020 – Jetzt Early Bird Rabatt sichern!

Das Jahr hat gerade begonnen und die Vorbereitungen für die 14. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) sind in vollem Gange. Auch der Ticketshop ist bereits geöffnet. Wer sein Ticket bis zum 17. Februar bucht, profitiert vom Frühbucherrabatt. Und mehr noch: EUROSOLAR-Mitglieder erhalten weitere 20 Prozent Nachlass auf den Ticketpreis. Das IRES/ESE-Ticket umfasst den vollen Zugang zu beiden Konferenzen, zu der Messe- und Posterausstellung sowie zu den Netzwerk-Events an den Abenden des 10. und 11. März. Kurzum: Alles, was im Rahmen der IRES/ESE geboten wird.

Der Klimaschutz und die Dekarbonisierung von Wertschöpfungsketten mithilfe von Energiespeichern und Erneuerbaren Energien sind Fokusthemen der 14. IRES. In diesem Jahr liegt das besondere Augenmerk auf Thermischen Speicheroptionen. Forschende auf dem Gebiet der Energiespeicher sind herzlich eingeladen, vollständige Paper bis zum 10. März 2020 für die IRES 2020-Proceedings einzureichen.

Weitere Informationen finden Sie auch hier


Die Stadtwerke-Konferenz 2020 zu Gast in Speyer

Auch im Jahr 2020 nimmt EUROSOLAR e.V. mit der Stadtwerke-Konferenz wieder einige der wichtigsten Energiewende-Akteure ins Visier. Gemeinsam mit der Stadtwerke Speyer GmbH veranstaltet die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien zum 14. Mal die erfolgreiche Konferenz am 29. und 30. April 2020 in der modernen Stadthalle Speyer.

Im Fokus der zweitägigen Konferenz stehen die Chancen und Herausforderungen für Kommunalversorger als Schrittmacher auf dem schnellsten Weg zu einer dezentralen, erneuerbaren Energieversorgung. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis präsentieren und diskutieren vielversprechende Geschäftsmodelle, Strategien und Anwendungsbeispiele von und für Stadtwerke. Ergänzt wird die Konferenz um eine Ausstellung, auf der sich Organisationen und Unternehmen gezielt dem Fachpublikum präsentieren.

Die Anmeldung zur Stadtwerke-Konferenz ist ab jetzt möglich. Weitere Informationen sind verfügbar unter: www.stadtwerk-konferenz.eurosolar.de


PRESSEMITTEILUNG

EUROSOLAR zum Kohlegipfel: So sieht kein vernünftiger Kohleausstieg aus

Die europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien, EUROSOLAR e.V., zeigt sich unzufrieden mit dem Ergebnis des sog. "Kohlegipfels" der Bundesregierung. "Das Ergebnis des Kohlegipfels fällt leider hinter das Ergebnis der Kohlekommission zurück, in der vor einem Jahr mühsam ein Konsens gefunden schien", erklärt Vizepräsident Stephan Grüger. "Vor allem ist es einigermaßen absurd, den Ausstieg aus der Kohleverstromung mit der Eröffnung eines neuen Kohlekraftwerkes ("Datteln 4") zu beginnen", so Grüger weiter.

Zwar wäre es schön, dass der Hambacher Forst nun offensichtlich endgültig gerettet ist, im krassen Widerspruch dazu stehe aber die Planung, noch fünf weitere Dörfer auszulöschen, um die unter diesen Dörfern liegende Braunkohle zu fördern. "Gerade die Enteignungen und Zerstörungen im Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau haben vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs, aber auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung der Erneuerbaren Energien keinerlei Legitimität mehr", unterstreicht der Vizepräsident von EUROSOLAR. Erkennbar sei auch die Tendenz, die meisten Ausstiegsschritte möglichst weit in die Zukunft zu verlegen.

Dies werde in der Zukunft zu Verwerfungen und zu Diskussionen über eine Verlängerung des Kohleausstiegs führen. Der Hauptkritikpunkt ist für EUROSOLAR allerdings das Fehlen eines Planes, wie der Kohlestrom durch Erneuerbare Energien ersetzt werden soll. "Wenn die Bundesregierung beschließt, bis 2050 80 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien haben zu wollen, ist damit nicht eine neue Windkraftanlage und auch keine neue Solaranlage gebaut worden. Der Zubau an Windkraftanlagen wurde wider besseren Wissens und gegen die Warnungen von EUROSOLAR nahezu komplett abgewürgt. So ist kein vernünftiger Kohleausstieg machbar", so Grüger abschließend.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

EUROSOLAR 1unterstuetzt

Positionspapier der GSL e.V.:

Förderung von Post-EEG-Anlagen in der Grüner Strom-Zertifizierung

Der Grüner Strom Label e.V. und seine Trägerverbände haben beschlossen, den Weiterbetrieb ökologisch sinnvoller Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) nach Ende ihrer Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu unterstützen. Dazu hat der Verein heute ein Positionspapier veröffentlicht, das die Kernpunkte der geplanten Förderung beschreibt. Denn auch nach Ende der zwanzigjährigen EEG-Förderung produzieren diese ‚Post-EEG-Anlagen‘ weiterhin sauberen Strom und leisten so einen wichtigen Beitrag für die Energiewende.

Ab 2020 werden immer mehr EE-Anlagen keine EEG-Vergütung mehr erhalten. Nach 20 Jahren läuft wie vorgesehen ihre gesetzlich garantierte Förderung aus. Nicht alle Post-EEG-Anlagen können dann wirtschaftlich weiter betrieben werden. Auch ein Repowering, das heißt Abbau der Altanlage und Neubau einer leistungsfähigeren Anlage, kommt oft nicht in Frage.

„Es besteht die Gefahr, dass Ökokraftwerke abgebaut werden, die noch jahrelang sauberen Strom liefern könnten“, erklärt Daniel Craffonara, Geschäftsführer des Grüner Strom Label e.V. „Wir wollen Energieanbietern ermöglichen, Grüner Strom-Fördergelder für ökologisch sinnvolle Post-EEG-Anlagen einzusetzen. Ob eine Anlage förderfähig ist, wird anhand verschiedener Kriterien geprüft werden, zum Beispiel in Bezug auf Anlagenart, Größe, Standort oder Einfluss auf die Umwelt. Überförderungen und Fehlanreize werden damit ausgeschlossen“, erläutert Craffonara weiter.

Das vollständige Positionspapier ‚Förderung von Post-EEG-Anlagen in der Grüner Strom-Zertifizierung‘ finden Sie hier.

Entschädigungen statt Erneuerbare

Am 29. Januar hat das Bundeskabinett das so genannte Kohleausstiegsgesetz beschlossen. Es soll dafür Sorge tragen, dass die Kohleverstromung bis spätestens 2038 eingestellt ist. Für Braunkohle legt das Gesetz dabei einen „flexiblen Abschaltplan“ fest, der besagt, dass die meisten Anlagen erst zwischen 2029 und 2038 vom Netz gehen. Für das Stilllegen von Steinkohlekraftwerken soll es Ausschreibungen geben. Ab spätestens 2027 wird die Bundesnetzagentur (BNetzA) Abschaltungen anweisen. Dabei klingelt die Kasse der fossilen Wirtschaft: Braunkohle-Betreiber erhalten 4,35 Milliarden Euro Entschädigung, weitere Entschädigungen an die Steinkohle-Betreiber werden über die Ausschreibungen ermittelt und verteilt.

Wer glaubt, damit sei es genug der schlechten Nachrichten, hat jedoch weit gefehlt: Das Gesetz beinhaltet keine Bestimmungen zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien – und auch keine zur notwendigen Änderung im EEG. Die entsprechenden Passagen, die in einer früheren Fassung des Gesetzes noch auftauchten, bleiben nun außen vor. Das bedeutet vor allem: Der PV-Deckel von 52 Gigawatt (GW) bleibt entgegen Altmaiers vollmundigen Ankündigungen beim BEE-Neujahrsempfang in Kraft. Nun kann es bis zur nächsten EEG-Novelle dauern, bis diese Abschaffung umgesetzt wird. Damit droht der Solarbranche eine monatelange Förderlücke, denn ist die 52-GW-Marke erreicht, läuft die Solarförderung für alle Anlagen bis 750 Kilowatt im EEG aus. Das dürfte bereits in den nächsten Monaten geschehen, da derzeit bereits gut 50 GW installiert sind. Dass uns das alles nun als Klimaschutz durch Kohleausstieg verkauft wird, kann wohl nichts weiter sein als blanker Hohn.

Mehr Informationen finden Sie zum Beispiel hier.

Bewusstsein statt Indifferenz

Es ist große Überraschung, doch angesichts der Seltenheit guter Nachrichten doch eine Meldung wert: Für junge Menschen in Deutschland ist Umwelt- und Klimaschutz eines der wichtigsten Themen. Das ist das Ergebnis der kürzlich vorgestellten Jugendstudie „Zukunft? Jugend fragen“, die das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Ende Januar veröffentlichte. Für 45 Prozent der Jugendlichen ist Umweltschutz sehr wichtig und für weitere 33 Prozent eher wichtig. Ähnlich wichtige Probleme sind der Zustand des Bildungswesens und Fragen der sozialen Gerechtigkeit.

Für 87 Prozent ist es wichtig, in einer Demokratie zu leben. 80 Prozent der Befragten kannten zum Befragungszeitpunkt die Bewegung Fridays for Future. Rund ein Viertel hat bereits bei den Fridays for Future-Klimastreiks mitgemacht. In der Digitalisierung – und nun wird es interessant – sehen die jungen Menschen gleichermaßen Chancen und Risiken für Umwelt- und Klimaschutz. So erkennen  31 Prozent der Befragten soziale Medien als gute Informations- und Austauschmöglichkeiten an. Die Umweltbelastungen des Onlineshoppings durch Transport und Verpackung der Waren sehen 38 Prozent dagegen negativ.

Weitere Informationen finden Sie zum Beispiel hier.

„Smart“ statt datensicher

Seit 31. Januar greift nun die Pflicht zum Einbau intelligenter Stromzähler, wie sie bereits mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende 2016 vorgesehen wurde. Das in Bonn ansässige Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat dazu mit einer sogenannten Markterklärung den letzten Schritt getan. Die jetzt greifende Auflage betrifft Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von über 6000 kWh. Die Obergrenze liegt bei 100.000 kWh, da darüber hinaus die BSI-Zertifizierungen noch nicht ausreichen. Der Digitalverband Bitkom, beiezichnet die Pflicht als „lang erwartetes“ Startsignal und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) spricht von einem "wichtigen Schritt hin zur notwendigen Etablierung intelligenter Stromnetze".

In der Berichterstattung findet sich derweil auffällig wenig Kritik zu den Zählern, die durch zeitlich erstaunlich genaue Verbrauchsaufzeichnungen tief in die Privatsphäre der Verbraucher eindringen können. Einzig die Piratenpartei wird hier und dort zitiert mit dem Begriff „Spionagezähler“ zitiert und dabei gleichzeitig diskrediert. Dabei sind ihre Einwände durchaus berechtigt: Digitale Messsysteme können eine Fernabschaltung der Stromversorgung ermöglichen. Hacker könnten so in Zukunft ganzen Stadtteilen den Strom abdrehen. Abgesehen davon lehnen laut Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale lehnen 70 Prozent der Bürger den verpflichtenden Einbau digitaler Stromzähler ab. Doch große Energieversorger wie e.on planen dennoch einen flächendeckenden „Rollout“. In etwa 10 Prozent der Verbrauchsstellen sollen ein „intelligentes Messsystem“ (fernauslesbar) und in ca. 90 Prozent der Verbrauchsstellen eine „moderne Messeinrichtung“ eingebaut werden.

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Exportförderung statt Klimaschutz

Die „Nationale Wasserstoffstrategie“ der Bundesregierung ist dieser Tage in aller Munde. Sie verfolgt damit das ehrgeizige Ziel, Deutschland eine Vorreiterrolle bei Entwicklung und Transport von Wasserstoff-Technologien einzuräumen. Das Ganze wird verkauft nicht nur als industriepolitischer, sondern auch als Klimapolitischer Coup. „Die Zukunft gehört allein dem grünen Wasserstoff“, titelt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) doch tatsächlich, als es ein Zeitungsinterview mit Ministerin Karliczek auf seiner Website veröffentlicht. Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Bei industriellen Prozessen, im Verkehrssektor oder zur Wärmeerzeugung in Wohngebäuden kann Wasserstoff grundsätzlich einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Wasserstoff an sich CO2-neutral ist. Das ist der Fall beim sogenannten „grünen Wasserstoff“, der mit Strom aus erneuerbaren Quellen durch Elektrolyse hergestellt wird.

Diesem Elektrolyse-Strom die EEG-Umlage und die Netzentgelte zu erlassen, um echten grünen Wasserstoff schnell preiswerter zu machen, lehnt das Ministerium nach wie vor ab. Mit dieser Blockade der Erneuerbaren rückt blauer – also fossiler Wasserstoff aus Erdgas – in den Mittelpunkt der Strategie. Lieferanten aus Norwegen und Russland stehen auch schon bereit, blauen Wasserstoff zu liefern. Eine nennenswerte Produktion von grünem Wasserstoff gibt es dagegen noch nicht. Nach Überzeugung des Wirtschaftsministeriums ist zumindest für eine Übergangsphase blauer Wasserstoff daher unverzichtbar. Das zeigt deutlich: Um Klimaschutz geht es bei der Wasserstoffstrategie eben nicht. Sondern darum, "große industriepolitische Potenziale und Chancen für den Export" zu heben..

Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Fake-News statt Fakten

In einer Undercover-Recherche zeigen das Fernsehmagazin Frontal21 und das Recherchezentrum Correctiv die Strategie der US-Amerikanischen Denkfabrik „Heartland-Institut“ auf, die bisher unter anderem von der Öl- und Kohleindustrie finanziert wurde. Die Nachforschungen zeigen auf, wie Klimawandel-Leugner organisiert sind und wie der Weg von Geldflüssen intransparent gestaltet wird. Schließlich zeigen die Journalisten, wie das pseudowissenschaftliche Institut seinen Einfluss nutzt, um nun auch in Deutschland strategisch Desinformation zu streuen.

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier.