EUROSOLAR NEWSLETTER Dezember

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

das Jahr neigt sich dem Ende. Wir nutzen die Gelegenheit, um inmitten der vorweihnachtlichen Hektik kurz inne zu halten und 2019 Revue passieren zu lassen: Vom enttäuschenden Ergebnis der  Kohlekommission und dem lang ersehnten EuGH-Urteil, das das EEG 2012 vom Verdacht der Subvention befreite, über die erfolgreiche IRES und Stadtwerke-Konferenz bis hin zum unambitionierten Klimakabinett. Vom so genannten Klimapaket über unser neues Format der „Praxiswerkstatt Solare Stadt“ bis hin zu der Pionierarbeit deutscher und europäischer Solarpreisträger: Der Kampf für die Energiewende ist ein Auf und Ab und wird jede Woche an verschiedensten Fronten ausgefochten. Wir freuen uns, dass wir Sie dabei an unserer Seite haben. Zum Fest liefern wir Ihnen Neuigkeiten aus der Welt der Erneuerbaren verbunden mit dem Wunsch, dass auch unsere Leserinnen und Leser tatendurstig und optimistisch bleiben.

Viel Vergnügen beim Lesen und eine besinnliche Zeit wünscht Ihnen

Ihr EUROSOLAR-Team

TICKETSHOP ERÖFFNET!
14. International Renewable Energy Storage Conference 2020

Die International Renewable Energy Storage (IRES) Conference geht in die vierzehnte Runde! Vom 10. bis 12. März 2020 laden EUROSOLAR und die Messe Düsseldorf zum wichtigsten Event zu Energiespeichertechnologien nach Düsseldorf ein. Schwerpunkte im kommenden Jahr sind unter anderem Thermische Speichertechnologien. Die rund 150 Vorträge werden um eine Posterausstellung mit über 100 Präsentationen und einer Messeausstellung (ESE Expo) ergänzt.

Ab sofort können Early Bird Tickets für die gemeinsame Veranstaltung in unserem Online-Ticketshop erworben werden: www.energystorageconference.org

Das IRES/ESE-Ticket umfasst den vollen Zugang zu beiden Konferenzen, zu der Messe- und Posterausstellung sowie zu den Netzwerk-Events an den Abenden des 10. + 11. März. Kurzum: Alles was im Rahmen der IRES/ESE geboten wird. Sichern Sie sich bis zum 17.2. 2020 mit dem Early Bird Ticket den großzügigen Frühbucherrabatt. EUROSOLAR-Mitglieder profitieren von weiteren 20 Prozent auf den Ticketpreis!

Außerdem: Unter dem oben genannten Link können Abstracts für die Posterpräsentation noch bis zum 1. Februar eingereicht werden.

SOLARZEITALTER 3-4/2019

Wenn der Stress der Vorweihnachtszeit abgefallen ist, kommen viele von uns zur Ruhe und können sich endlich der ausgiebigen Lektüre ihrer liebsten Publikation zuwenden: dem aktuellen SOLARZEITALTER. Zum Schwerpunktthema „Städte“ kommt unter anderem Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung im Interview zu Wort. Udo Simonis argumentiert für eine Doppelstrategie in der Klimapolitik und Jürgen Rausch erklärt Mieterstrom aus Sicht einer Wohnungsbaugesellschaft. Außerdem dokumentieren wir Verleihung des Deutschen und des Europäischen Solarpreis, die Gremienarbeit im Herbst und vieles mehr…

Ausgewählte Artikel und die Anmeldung zum Abo finden Sie hier.

 

Europäischer Solarpreis

EUROSOLAR hatte im November die Ehre, gemeinsam mit EUROSOLAR Lëtzeburg den Europäischen Solarpreis auf dem beeindruckenden Campus Belval der Universität Luxemburg zu verleihen. Wegweisende Projekte aus Irland, Luxemburg, Österreich, der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden wurden in acht Kategorien ausgezeichnet. Das luxemburgische Ministerduo Henri Kox und Claude Turmes sprach mit Begeisterung über die Energiewende in Luxemburg und Europa. Die Gewinnerinnen und Gewinner gaben spannende Einblicke in ihre Projekte und erhielten von EUROSOLAR-Präsident Prof. Peter Droege zum Zeichen der Anerkennung den silbernen Heliographen.

Mehr zur Preisverleihung lesen Sie hier und Impression aus Luxemburg finden Sie hier.

Delegiertenversammlung 2019

Ende November trafen sich Delegierte aus EUROSOLAR-Sektionen in ganz Europa in der Bonner Geschäftsstelle. In dem alten Gebäude am Rhein, das die Organisation schon seit 1999 beherbergt, kamen Gesandte aus Österreich, Bulgarien, Tschechien, Deutschland, Italien, Russland und Spanien zusammen, um sich gegenseitig über die jüngsten Entwicklungen in ihren Ländern zu informieren und die Strategie von EUROSOLAR für die nächsten vier Jahre festzulegen. Prof. Peter Droege ermutigte die Delegierten, Netzwerke und Bewegungen aufzubauen, um die politische Wirkung von EUROSOLAR zu stärken. Dazu sollen vermehrt junge Menschen angesprochen und Aktivitäten auf europäischer Ebene umgesetzt werden. Mit einer Strukturreform beabsichtigt der Präsident, die Zusammenarbeit zwischen den Sektionen von EUROSOLAR zu verstärken.

Mehr über die Vereinsarbeit im Allgemeinen und die Delegiertenversammlung im Besonderen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des SOLARZEITALTER.

EUROSOLAR-Energie zum Verschenken

Ein Geschenk, an dem man lange Freude hat, ist die EUROSOLAR Geschenkspende. Wenn Sie in diesem Jahr ein Last-Minute-Geschenk suchen, möchten wir Sie ermutigen, diese einfache, aber sinnvolle Alternative zu traditionellen Weihnachtsgeschenken in Betracht zu ziehen: Eine Geschenk-Spende ist eine Chance, die Feiertage ein bisschen weniger auf Konsum und etwas mehr auf das, was für uns alle wirklich wichtig ist, auszurichten. Um Ihre Geschenkspende angemessen zu präsentieren, hat EUROSOLAR zum Fest ein #EnergyRevolutionNow-Zertifikat für Sie vorbereitet, das Sie unter den Weihnachtsbaum legen können.

Ölkonzern an der Börse

Während die Marktanteile Erneuerbarer Energien in Europa stetig wachsen, die Bundesregierung im Sommer einen Sustainable Finance-Beirat ins Leben rief und selbst die Europäische Investitionsbank in Zukunft eine klimafreundliche Schiene fahren will, sieht es am internationalen Aktienmarkt anders aus: Mit dem saudischen Ölkonzern Aramco ist diese Woche das wertvollste Unternehmen der Welt an die Börse gegangen. Mit einem minimalen Teil seiner Aktien – 1,5 Prozent – wird die Gesellschaft 25,6 Milliarden Dollar einspielen. Das Unternehmen, das auch das Prädikat hat, größter Verursacher von CO2-Emissionen in der Geschichte zu sein, ist bereits mehr wert als die nächsten fünf größten Ölgesellschaften, ExxonMobil, Total, Royal Dutch Shell, Chevron und BP zusammen. Eine Neuigkeit, die bei Energiewende-Engagierten nur mit Kopfschütteln quittiert werden kann.

Doch damit nicht genug: Laut der Financial Times wurden staatliche Investmentfonds ermutigt, Aramco-Aktien nach der Aufnahme des Handels in Riad zu kaufen. Die Investment-Indexanbieter MSCI, S&P Dow Jones und FTSE Russell, die sich im Besitz der Londoner Börse befinden, haben alle angekündigt, dass sie die Aufnahme von Aramco-Aktien in ihre Indizes beschleunigen werden. Dies würde bedeuten, dass Anleger weltweit, einschließlich Pensionsfonds, automatisch gezwungen wären, Aktien zu kaufen. Da hilft alles Kopfschütteln nicht, wohl aber ein Blick auf das eigene Portfolio.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Klimakrise in Deutschland

Auf dem Gebiet der Bundesrepublik ist die Temperatur seit Ende des vorletzten Jahrhunderts um 1,5 Grad gestiegen. Das geht aus dem Klima-Monitoring-Bericht hervor, den die Bundesregierung Ende November vorstellte. Das hat bereits schwerwiegende Folgen: So steigt mit der Erhöhung der Durchschnittstemperatur auch die Anzahl der Hitzetage, an denen das Thermometer mehr als 30 Grad anzeigt. Die lange Trockenheit hat in den vergangenen zehn Jahren immer häufiger zu niedrigen Grundwasserständen geführt. Diese beeinflussen das Ökosystem negativ und haben gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Die Schifffahrt wird eingeschränkt, die Versorgung der Industrie mit Kühlwasser ist gefährdet und vor allem die Landwirtschaft leidet: Im Jahr 2018 verursachten Hitze und Trockenheit in der Landwirtschaft Schäden in Höhe von 700 Millionen Euro. Außerdem, so der Bericht, sind Tendenzen zu mehr Starkniederschlägen erkennbar. Seen werden wärmer und Nord- und Ostsee erwärmen sich – und die Meeresspiegel steigen. Damit nimmt die Gefährdung durch Sturmfluten zu. Die Zukunft, von der in der Klimadebatte gerne gesprochen wird, ist bereits hier.

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SUV auf Rekordniveau

Auch die Verkehrswende lässt auf sich warten. In diesem Jahr haben SUV-Verkäufe in der Republik erstmals die Eine-Million-Marke geknackt. Das zeigen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Schon im November war die Million erreicht und damit eine Steigerung um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. SUV und Geländewagen machen damit inzwischen fast ein Drittel der PKW-Neuzulassungen in Deutschland aus. Als Grund für die Beliebtheit der PKW, der auch die eindringliche öffentliche Klimadebatte offenbar keinen Einhalt gebieten kann, wird das größere Sicherheitsgefühl genannt. Durch die Größe des Autos und die höhere Sitzposition fühlten sich Fahrende im Straßenverkehr besser geschützt. Autoexperte Lutz Fügener mutmaßt im Spiegel-Online-Interview außerdem, „dass es bei Männern mitunter auch um eine Verlängerung der Körperlichkeit im Sinne einer Prothese geht“.

Die Logik, mit der aus Sicherheitsgründen immer mehr Menschen immer größere PKW kaufen, erinnert an jene der amerikanischen Waffenlobbyisten, die für mehr Sicherheit mehr Waffen verbreiten wollen. Ihre Konsequenzen sind jedoch verheerend für die Verkehrssicherheit sowie Luft- und Lebensqualität in den Städten. Was diese stattdessen brauchen, ist eine Verkehrswende, die neben dem Ausbau CO2-neutraler Infrastruktur auf Sektorenkopplung fußt und eine schlanke, durchdachte E-Mobilität fördert.

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Klage gegen Suedlink-Verlauf

Das Land Thüringen ist mit der Klage gegen den Verlauf der Stromtrasse Suedlink endgültig gescheitert. Der Protest dagegen soll aber fortgesetzt werden. Das Bundesverwaltungsgericht hatte nach eigenen Angaben Anfang November die Klage des Freistaates als unzulässig abgewiesen. Thüringen wollte mit der Klage die Bundesnetzagentur zu einer Korrektur des Routenverlaufs zwingen, da diese den Thüringer Vorschlag für eine Alternativtrasse nicht weiter berücksichtigt habe. Die Stromtrasse Suedlink soll Windstrom von Nord- nach Süddeutschland bringen. Auf die fehlende Notwendigkeit dieses Ausbaus hat EUROSOLAR mehrfach hingewiesen, etwa in der Presseerklärung von Stephan Grüger, MdL:

„Im energiewirtschaftlichen Norden Deutschlands, also nördlich der Linie Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen, gibt es gemessen am Stromverbrauch KEINEN Windstromüberschuss, auch nicht mit den aktuell geplanten Ausbauzielen für Offshore-Windkraft (Seatec). Es gibt damit also auch keine Notwendigkeit, Windstrom in den Süden Deutschlands zu bringen. Wenn allerdings die vielen Kohle- und Braunkohlekraftwerke im Norden Deutschlands weiterlaufen sollen, gibt es einen Kohlestromüberschuss im Norden Deutschlands. Wenn dieser Kohlestrom den wegfallenden Atomstrom im Süden Deutschlands ersetzen soll, sollte dies von denen, die das so seit Jahren planen, endlich auch einmal offen ausgesprochen werden.“

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Plattform für synthetische grüne Energie

Auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen in Madrid hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Gründung einer internationalen Plattform für Power-to-X-Technologien angekündigt. Diese soll dem Informationsaustausch dienen. Das Signal für Ausgestaltung der Konvergenz der Energiemärkte ist ein Gutes: „Unser #PtX ist endlich ganz oben angekommen!“, freute sich Prof. Michael Sterner, der auch Teil des Steering-Comittees der IRES ist, auf Twitter. Eine größere Vernetzung der Akteure ist wichtig, denn grüner Wasserstoff wird gebraucht, um energieintensive Branchen wie Luftfahrt oder Stahlindustrie klimafreundlicher zu gestalten. Doch von verschiedenen Seiten gibt es – zu Recht – Kritik für den Vorstoß. Schließlich kann es nicht sein, dass in Deutschland die Windenergie ausgebremst und zeitgleich der Import von Wasserstoff aus Übersee geplant wird. Es bleibt zu hoffen, dass Power-to-X Technologien durch die Ankündigung größere Aufmerksamkeit erfahren. Die Forschung muss weiter vorangetrieben werden. Ansonsten ist die Plattform nur ein weiteres Beispiel für den Grundsatz des „Global reden, national aufschieben“.

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