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EUROSOLAR NEWSLETTER Oktober

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde von EUROSOLAR,

eine sehr einfache Methode gegen gute Laune ist dieser Tage ein Wort. Es lautet „Klimapaket“. Der neueste Clou der Bundesregierung steht exemplarisch dafür, dass auch die niedrigsten Erwartungen immer wieder unterboten werden können.  Zum Glück für uns scheint auch mancherorts die Sonne – zumindest im übertragenen Sinne – so wie bei der „Praxiswerkstatt Solare Stadt“ Anfang der Woche. Hier versammelten EUROSOLAR und seine Bonner Partner Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Stadtwerken und Bürgerenergiegenossenschaften, um voneinander zu lernen. Über dies und einiges mehr lesen Sie in unserem Oktober-Newsletter.

Viel Freude bei der Lektüre
Ihr EUROSOLAR-Team

Europäischer Solarpreis

Um unsere gemeinsame Lebensgrundlage zu retten, müssen wir sofort handeln. Eine echte Energiewende mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien muss jetzt von Akteuren auf verschiedenen Ebenen in Gesellschaft und Politik umgesetzt werden. Zum Glück gibt es strahlende Beispiele der Kreativität und des Engagements für Erneuerbare Energien in ganz Europa. Einige von ihnen werden am 15. November im luxemburgischen Esch-sur-Alzette mit dem Europäischen Solarpreis ausgezeichnet.

In diesem Jahr haben wir die besondere Ehre, verschiedene Mitglieder der luxemburgischen Regierung begrüßen zu dürfen: Die Ministerin für Umwelt, Klima und Nachhaltige Entwicklung Carole Dieschburg wird die Gäste begrüßen und Energieminister Claude Turmes wird einen Überblick über die Energiewende im Großherzogtum geben.

Die kostenfreie Anmeldung und das vollständige Programm finden Sie hier.

Mitgliederversammlung im Herbst

Jetzt aber schnell: Am 26. Oktober lädt EUROSOLAR zur Mitgliederversammlung in den Räumen der EUROSOLAR-Geschäftsstelle in Bonn ein. Hier informieren Vorstand und Mitarbeitende von 13:00 bis 17:00 Uhr ausführlich über die Arbeit von EUROSOLAR und die Entwicklungen der letzten beiden Jahre.

Der amtierende Vorstand und das Team der Geschäftsstelle freuen sich darauf, Sie in der EUROSOLAR-Geschäftsstelle fußläufig der schönen Rheinpromenade begrüßen zu dürfen. Nach einem Begrüßungskaffee berichten wir über die Entwicklungen der letzten beiden Jahre. Wir stehen Ihnen Rede und Antwort, bevor ein neuer Vorstand der EUROSOLAR Sektion Deutschland gewählt wird. Nach der Wahl wird es ein kleines, aber feines Essen vom regionalen Biohof geben, bevor der frisch gewählte Vorstand zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenfindet.

Alle ordentlichen Mitglieder, die an der Mitgliederversammlung teilnehmen, sind berechtigt, die personelle Besetzung des ehrenamtlichen Vorstands für die kommenden zwei Jahre mitzubestimmen.

Wir möchten Sie bitten, Ihre Teilnahme formlos per Post oder per E-Mail an info@eurosolar.org zu bestätigen.

Und wer noch nicht Mitglied bei EUROSOLAR ist, kann das hier ändern.

Pressemitteilung: EUROSOLAR zum „Klimakabinett“

Ohne Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien kann es keinen wirksamen Klimaschutz geben. Daher wurde erwartet, dass das sogenannte „Klimapaket“ der Bundesregierung eine Vielzahl von Maßnahmen für die Beschleunigung des Ausbaus Erneuerbarer Energien enthält. Dieser Ausbau Erneuerbarer Energien ist in Deutschland nach einer Reihe von EEG-Deformen, zuletzt durch das von der EU-Kommission unrechtmäßig erzwungene bürokratische Vergaberegime (Neusprech: „Ausschreibungen“), fast vollständig zum Erliegen gekommen. Der Vorstand der deutschen Sektion von EUROSOLAR e.V. hatte daher im Vorfeld der Verhandlungen zum „Klimapaket“ der Bundesregierung Vorschläge für eine Reparatur des EEG zum Wiederanfahren der Energiewende gemacht. Daran misst EUROSOLAR nun das von der Bundesregierung vorgelegte „Klimapaket“.

Streichung des 52-GW-Deckels gegen Solarstrom:

Angekündigt.

Das ist ein Erfolg. Alleine reicht diese Maßnahme aber nicht, um die Erneuerbaren für die Energiewende hinreichend zu beschleunigen! Sie war zwingend notwendig, aber diese Einzelmaßnahme ist bei weitem nicht hinreichend.

Beendigung der regulatorischen Behinderung von Stromspeichern:

Teilweise angekündigt. Teilweise konterkariert

Zwar wird die Befreiung von Speichern von bestehenden Umlagen angekündigt, gleichzeitig wird aber nur ein „Letztverbraucherstatus“ zugesagt und die Umsetzung von der Entwicklung der Strompreise abhängig gemacht. Speicher brauchen jedoch keinen „Letztverbraucherstatus“, sondern müssen regulatorisch als eine eigene Gruppe gesetzlich definiert und von Letztverbrauchern abgegrenzt werden. Dies wird von dem „Eckpunktepapier“ konterkariert. Dies ist ein völlig unklares Signal und wird keine Investitionen in Speicher anreizen.

[…]

Die vollständige Pressemitteilung lesen Sie hier.

Praxisworkshop Solare Stadt

Wie funktioniert konkreter Klimaschutz mit Solarenergie in der Stadt? Dieser Frage widmeten sich am Dienstag, den 8. Oktober rund 45 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Stadtwerken und Energiegenossenschaften bei der Praxiswerkstatt „Solare Stadt“. In urban verdichteten Räumen sind die Dächer von Gebäuden häufig das einzig nennenswerte Potential, um Erneuerbare Energie zu nutzen. Dazu präsentierten die Referenten unterschiedliche Projekte: Das Projekt aus Freiburg „Dein Dach kann mehr“ baut auf ein breites Spektrum von Öffentlichkeitsmaßnahmen, kombiniert mit einem Förderprogramm. Die Stadt Tübingen stellte das Instrument einer Solarpflicht für Neubauten vor. Neu dabei ist die „Umkehr der Beweislast“: Aus der Pflicht wird nur entlassen, wer nachweist, dass die Nutzung von PV-Strom auf dem eigenen Dach unwirtschaftlich ist.

Nach der Vorstellung dieser Best-Practice-Beispiele, dem „Marktplatz der Projekte“ und den beiden parallelen Workshops kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu dem Ergebnis: Städte müssen ihre Verantwortung annehmen und zu Vorbildern der Energiewende werden. Neben politischem Willen und einer klaren Zielsetzung braucht es Mut, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus sollten Kommunen ihre Bürgerinnen und Bürger durch transparente und positive Kommunikation als aktive Akteure der solaren Wende unterstützen. Die Kommunalvertreterinnen und -vertreter machten außerdem deutlich, dass der aktuelle gesetzliche Rahmen nicht zielführend sei. Dieser müsse zügig auf die kommunalen Bedürfnisse ausgerichtet werden, so die Forderung nach Berlin.

Die Pressemitteilung zur Veranstaltung finden Sie hier.

6. Energiewendeforum | 28.10.19 | Bonn

Am 26. Oktober ist EUROSOLAR-Mitgliederversammlung. Verlängern Sie doch Ihren Aufenthalt in der Bundesstadt ein wenig und besuchen Sie am 28. Oktober das 6. Energiewendeforum des Grüner Strom Label e.V. Die Veranstaltung bietet Energieversorgern und Energiewende-Unterstützerinnen und -unterstützern eine Plattform für den Austausch von praxisnahen Erfahrungen, Perspektiven und Ideen für eine grüne (Energie-) Zukunft. Themenschwerpunkte des diesjährigen Energiewendeforums sind:

• Erhalt und Ausbau Erneuerbarer Energien
• Der Energiemarkt von morgen
• Sektorenkopplung und Systemintegration

Energiewendeforum 2019 des Grüner Strom Label e.V.

28. Oktober 2019 | Wissenschaftszentrum Bonn

EUROSOLAR-Mitglieder zahlen nur 55 € statt 70 €!

Zum Programm und Anmeldung geht es hier entlang.

Wertloses Päckchen

Der angemessene Kommentar zum so genannten Klimaschutzgesetz der Bundesregierung wäre ein wortloses Kopfschütteln. Da wir dieses aber nur schwer im Newsletter transportieren können, bedienen wir uns einmal bei der Opposition und werfen zur Beschreibung das Wort „Realitätsverweigerung“ in den Raum. Nicht nur, dass bescheidene ordnungspolitische Maßnahmen zur CO2-Reduktion, zu denen sich Union und SPD durchringen konnten, erst in einigen Jahren greifen. Richtige Sanktionen für Ministerien, die ihre Klimaziele nicht erreichen, sucht man vergeblich. Doch vor allem in Hinblick auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien ist das „Klimaschutzgesetz“ eine bittere Farce. Denn das EEG als wichtigstes Instrument für einen effektiven Klimaschutz gerät unter die Räder. Das zeigt sich aktuell vor allem bei der Windkraft, die von 80 Gigawatt (GW) Leistung und 180 Terrawattstunden (TWh) Erzeugung auf 67-71 GW und 145 TWh herunter geregelt wurde.

Weitere Informationen finden Sie zum Beispiel hier und hier.

Bedenkliche Allianz

Noch eine Meldung aus der Kategorie „Es wäre unterhaltsam, wenn es nicht wahr wäre“: Entgegen aller Bedenken von unterschiedlichsten Seiten hat die Europäische Kommission Mitte September die Aufspaltung des RWE-Tochterunternehmens Innogy genehmigt. Nun kann Eon Anfang kommenden Jahres dessen Sparten Netz und Vertrieb übernehmen.  RWE erhält im Gegenzug die gesamte Stromerzeugung beider Konzerne. Mit einer Beteiligung RWEs von 16,7 Prozent an Eon sichern beide ihre Strategien ab und machen die Aufteilung der Marktmacht perfekt. Zehn Stadtwerke, darunter die Aachener, Leipziger und Frankfurter, haben derweil in einem gemeinsamen Standpunkt vor Konsequenzen wie „kurzfristigen Kampfpreisen“ und der Verdrängung kleiner Anbieter aus dem Markt gewarnt. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Dezentralität für eine demokratische und sozial gerechte Energiewende ist.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Gefährliches Gas

Die Bundesregierung will sich für die Stärkung der Gas-Branche einsetzen, wenn Deutschland in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres die europäische Ratspräsidentschaft übernimmt. Das kündigte Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht bei einer Gesprächsrunde mit Vertretern der Energiewirtschaft an. Nun wird geneigten Leserinnen und Lesern unseres Newsletters bekannt sein, dass Erdgas aus verschiedenen Gründen – von Importabhängigkeit bis zu Methanschlupf – keine Alternative zu einer dezentralen Energiewende mit 100 % Erneuerbaren Energien ist. Seit Kurzem wird dieser Standpunkt durch eine neue Studie der Energy Watch Group untermauert. In seiner Untersuchung kommt der Berliner Think-Tank zu dem Ergebnis, dass eventuelle CO2-Einsparungen durch die hohen Methanemissionen von Erdgas bei weitem überkompensiert werden, sodass eine Umstellung von Kohle und Erdöl im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor auf Erdgas die höchst negative Klimawirkung von Kohle und Erdöl sogar noch deutlich übertrifft. Politikempfehlungen für ein zukunftsfähiges Energiesystem bietet die Studie auch: Darunter eine sofortige Abschaffung aller Subventionen für fossile Energieträger und eine flächendeckende Einführung emissionsfreier, erneuerbarer Technologien.

Mehr Informationen finden Sie etwa hier.

Lebenswerte Städte

Immer mehr europäische Städte verbannen diesel- und benzinbetriebene Fahrzeuge aus ihrem Gebiet. So setzen sie sich für den Klimaschutz ein und senken die innerstädtische Luftverschmutzung. Pionier der Bewegung ist das nordspanische Pontevedra, das schon vor 15 Jahren Autos aussperrte. Mittlerweile orientieren sich auch die Stadträte im britischen Oxford an Pontevedra und entschieden, bis 2025 keine Diesel und Benziner mehr zu erlauben. Auch in Brüssels gibt es Pläne, die Fußgängerzone im Zentrum auf fünf Quadratkilometer auszuweiten. Nur in Norwegen ist man noch ehrgeiziger: Schon Ende des Jahres sollen im Zentrum Oslos keine Autos mehr fahren dürfen. Das Verbot betrifft eine Fläche von 1,7 Quadratkilometern. Und schließlich will auch Paris, die am dichtesten besiedelte Metropolregion Europas, seine Verkehrsinfrastruktur radikal umbauen. Euro-1- und Euro-2-Diesel sind bereits aus dem Großraum Paris verbannt, ab 2022 gilt das Verbot auch für Diesel bis Euro 4 und ab 2025 sogar für Neuwagen. Bis 2030 sollen alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren aus der Metropolregion verschwinden. Ähnliche Pläne verfolgen auch Grenoble, Madrid und Athen. Zeit, dass dieses Umdenken auch im Autoland Deutschland beginnt.

Weitere Informationen finden Sie hier.