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Staffel 01, Folge 05

Die Welt steht still. Die Natur kann sich erholen. Auf den ersten Blick hat der Lockdown positive Folgen für die Umwelt. Aber geht es der Tierwelt wirklich besser als vor der Corona-Krise?

 Wie die Tierwelt sich verändert

Nicht nur wir Menschen erleben in der Corona-Krise einen Wandel, sondern auch die Tierwelt. Leere Zoos und Nationalparks, dafür volle Wälder. Was kommt den Tieren dabei wirklich zugute, und wo tauchen neue Probleme auf?

Teneriffa im Dornröschenschlaf. Die Kanareninsel zählt jedes Jahr knapp sechs Millionen Besucher. Doch jetzt ist alles dicht. Normalerweise drängen sich im Süden der Insel die Ausflugsschiffe. Zur Zeit ist kein einziges unterwegs. Der Meeresbiologe Michael Sealey will herausfinden: Wie wirkt sich dieser Lockdown auf die Tiere im Ozean aus? Er wird schnell fündig. Die Delfine scheinen die neue Ruhe zu genießen. Sie kommen viel näher an die Küste heran als sonst. Nur 10 Minuten musste er mit seinem Segelboot auf Meer hinausfahren. Die Tiere weichen dem Boot noch nicht einmal aus. Auch die Fische profitieren. Weil so viele Restaurants geschlossen haben, ist der Fischfang weltweit zurückgegangen. In China und Westafrika werden 80 Prozent weniger Fisch gefangen als vor der Pandemie. Die Bestände erholen sich.

Mehrere Tausend Kilometer entfernt kämpft der bekannteste Nationalpark Afrikas ums Überleben. Der Serengeti Nationalpark ist normalerweise ein beliebtes Reiseziel für Safari-Urlauber. So beliebt, dass die Natur des Parks durch die Masse an Touristen in Bedrängnis geriet. Jetzt herrscht überall Leere. Die Tiere haben so zwar die Möglichkeit, sich endlich einmal ungestört zu bewegen.

Aber die Leere bringt auch Gefahren mit sich: Die Wilderei und das illegale Abholzen von Bäumen im Schutzgebiet nimmt zu, denn die Menschen vor Ort suchen verzweifelter denn je nach einer Einnahmequelle. Gleichzeitig fehlt dem Park Geld, um die dringend benötigten Ranger zu bezahlen. Keine Touristen, kein Geld, keine staatliche Unterstützung – Christof Schenck von der Zoologischen Gesellschaft befürchtet, dass der Natur- und Tierschutz in Tansania und in vielen anderen Ländern durch die Corona-Krise auf deshur Agenda ganz nach unten rutscht.

Andrang dagegen in unseren Wäldern: Sie sind so gut besucht wie nie. Für Förster Götz von Bülow sind das nicht unbedingt gute Nachrichten. Er macht sich Sorgen, dass die Tiere im Wald durch den Ansturm der Menschen während der Brutsaison nicht genügend Ruhe finden. Bei seinem Rundgang versucht er, die Menschen zur Vernunft zu ermahnen, und spricht rücksichtslose Waldbesucher an.

Offenbar scheinen viele Menschen ein neues Gefühl für die Natur zu entwickeln. Arnulf Köhncke, Experte für Wildtierhandel beim WWF, sieht etwa schon jetzt ein neu erwachtes Interesse am Artenschutz. Aber kann dieses Interesse auch in Taten umgesetzt werden?

"planet e. pandemie" ist als sechsteilige Sonderausgabe der Umweltdokureihe angelegt und beleuchtet weltweit verschiedenste Auswirkungen und Hintergründe der Corona-Krise.

Beitragslänge: 28 min
Datum: 17.05.2020
Verfügbarkeit: Video verfügbar bis 17.05.2021
Produktionsland und -jahr: Deutschland 2020