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Das neuartige Coronavirus breitet sich aus. Krisenstäbe sind eingerichtet, Eindämmungsstrategien laufen auf Hochtouren. Doch wie entstehen gefährliche Viren wie Corona, Ebola und Co.?

Welt der Viren

Immer tiefer dringt der Mensch in unberührte Lebensräume vor, zerstört die Natur. Gleichzeitig nehmen Krankheiten zu, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Gibt es da einen Zusammenhang? "planet e." geht mit deutschen Wissenschaftlern auf Spurensuche.

Entstehung von Zoonosen

Die Reise führt in den Regenwald nach Panama und auf Märkte in Afrika, wo Wildtiere zum Verzehr angeboten werden. Dort suchen Forscher Antworten auf ihre Fragen zu den bislang kaum erforschten Zoonosen – also Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Ihr Ziel: Sie wollen Krankheiten wie SARS, Ebola und Gelbfieber auf die Spur kommen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die nächste Seuche kommt bestimmt.

Anhand von Fledermäusen, die im Verdacht stehen, primäre Überträger von Ebola auf den Menschen zu sein, wollen die Zoologen Prof. Dr. Simone Sommer und Dr. Marco Tschapka von der Universität Ulm zusammen mit Virologen der Universität Bonn die Frage nach der Entstehung von Zoonosen beantworten. Dafür machen sich die beiden auf in den Regenwald Panamas. Vom Basiscamp aus startet die Expedition. Tausende Fledermäuse wollen sie fangen, Blutproben nehmen und diese dann an der Uni Ulm untersuchen lassen. Unerträgliche Hitze und Zecken sind dabei ihre größten Feinde. Nachts geht es mit Netzen in den Wald, und tatsächlich machen sie reichlich Beute.

Folgen des Artenschwunds

Es geht darum, den Beweis der "Verdünnungstheorie" zu erbringen. Das heißt: Ergeben sich durch die Zerstörung von intakten Lebensräumen auch negative Veränderungen bei den Viren der Fledermäuse? Erste Ergebnisse zeigen: Die Entwicklung gefährlicher Zoonose-Viren können so begünstigt werden. So schafft sich der Mensch seine Zoonosen also selbst.

Während sich die Wissenschaftler der Universität Ulm um die Entstehung der Zoonosen kümmern, konzentriert sich die Virologin Isabella Eckerle, derzeit Leiterin des Zentrums für Viruserkrankungen an der Universität Genf, auf die Übertragungswege. Sie war in Ghana unterwegs. Ihre Theorie: Ausscheidungen, wie zum Beispiel die der Fledermäuse, sind dafür verantwortlich. Direkt über Lebensmittel oder über das von Nutztieren gefressene Gras gelangen die Viren zum Menschen und können so Seuchen auslösen.

Beitragslänge: 28 min
Datum: 22.03.2020
Verfügbarkeit: Video verfügbar bis 23.03.2021
Produktionsland und -jahr: Deutschland 2020