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Insektensterben ist ein Dauerthema. Doch weder über die genauen Zahlen, die Ursachen, noch über Lösungen herrscht Einigkeit. Die Wissenschaft sucht fieberhaft nach belastbaren Ergebnissen.

Insektenretter

Im Fokus der Ursachenforschung stehen besonders die Chemiekonzerne und die Landwirtschaft. Zu Recht? "planet e." bekommt exklusive Einblicke in die Labore der Pestizidhersteller und spricht mit landwirtschaftlichen Rebellen.

Zentraler Bezugspunkt vieler Debatten über Insektensterben ist die sogenannte "Krefelder Studie". Sie stellte 2017 als erste Langzeitstudie für die vergangenen fast 30 Jahre einen Rückgang der Fluginsekten-Biomasse um 75 Prozent in einigen Gebieten fest. Doch was lässt sich aus der Studie als Trend ableiten? Längst ist eine Debatte um die Deutungshoheit entbrannt. Wie schlecht geht es den Insekten wirklich? Stehen wir kurz vor einer Auslöschung aller Insekten, oder ist die Katastrophe noch abzuwenden?

Professor Nico Eisenhauer sucht in einem versteckten Forschungslabor in Sachsen nach Antworten. Große und kleine Käfer mit Mikrochips auf dem Rücken krabbeln hier für die Wissenschaft. Das iDiv Ecotron ist eine gemeinsame Forschungsplattform des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig und des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Die Innenanlage beherbergt 24 identische Einheiten, sogenannte EcoUnits. Sie sehen aus wie gläserne Vitrinen und beinhalten verschiedene Ökosysteme. Nicht nur optisch erinnert alles an ein Szenario aus Science-Fiction-Filmen.

Chemiekonzerne in der Pflicht

Auch die Chemiekonzerne sehen sich in der Pflicht. Nennen sich selbst auch "Insektenretter". Die letzten Jahre standen sie beim Thema Insektensterben allerdings in einem sehr ungünstigen Licht. Schließlich sollen ihre Pestizide ja gezielt Insekten töten, ob dabei auch immer die richtigen getroffen werden, daran hegen viele Zweifel. Aber: Der Forschungsaufwand von Unternehmen wie Bayer und BASF ist enorm. Häufig steht dabei die Hummel im Vordergrund. An ihr werden die Pestizide getestet.

Ebenfalls im Fokus steht die Landwirtschaft. Es wird viel für den Insektenschutz getan, aber oft ist dies noch nicht genug. Radikale Landwirte gibt es wenig, da es in der Landwirtschaft meist um möglichst hohe Erträge geht. Nicht so bei Thomas Fischer. Der Biobauer kauft kleine Flächen inmitten riesiger Äcker und verwandelt sie in Wildnis. Damit kämpft er gegen das Artensterben. Von anderen Landwirten kritisch beäugt, wird er fast zu einer Art Rebell. Seine Erfolge für die Insekten sind beachtlich. Ein wahrer Retter. Aber ist seine Methode auch auf ganz Deutschland übertragbar?

"planet e." zeigt Menschen, die sich gewollt oder ungewollt zu "Insektenrettern" entwickeln und möglicherweise wichtige Lösungen für eine Zukunft mit Insekten liefern können.

Beitragslänge: 28 min
Datum: 01.03.2020
Verfügbarkeit: Video verfügbar bis 02.03.2021
Produktionsland und -jahr: Deutschland 2019