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Verpackungen, Taschentücher, Pappbecher: Die Papierflut nimmt weiter zu. 2015 wurden in Deutschland laut Umweltbundesamt rechnerisch pro Einwohner über 250 Kilogramm Papier verbraucht.

Jeder fünfte weltweit geschlagene Baum dient auch der Papierherstellung, schätzen Umwelt-Verbände. Doch Papier sparen wird im Alltag oft schwer gemacht: Die Bürger bekommen viel unerwünschte Wurfsendungen in die Briefkästen.

Sendezeit

Die Umweltdokumentation planet e. ist am Sonntag, 05.02.2017 um 16:30 Uhr im ZDF zu sehen.

planet e.: "Die alltägliche Papier-Verschwendung"

Familie Dreyer aus Bergedorf will Papierverbrauch vermeiden – doch das ist nicht leicht: In den meisten Läden gibt nicht nur Verpackungen aus Plastik, sondern auch welche aus Papier. In ihrem Alltag wird die Familie immer wieder mit Papier konfrontiert – etwa beim Einkauf oder im Café. Die Dreyers sind zum Beispiel bereit, ein Küchen-Wischtuch aus Textilien zu benutzen. In "planet e." zeigt die Familie, wie schwer es ist, Papierverbrauch zu verhindern.

Mit Protestaktionen wollen Umweltschützer auf die alltägliche Papier-Verschwendung aufmerksam machen. Im Fokus von Robin Wood: die Flut an To-go-Kaffeebechern aus Pappe. Millionenfach landen diese Becher nach durchschnittlich 15 Minuten Gebrauch im Rest-Müll und werden nicht recycelt. 

Deutschland ist zwar Vorreiter, wenn es um den Einsatz von Altpapier geht: Der liegt bei über 70 Prozent. Doch wir sind weltweit auch im Spitzenbereich, wenn es um den Verbrauch von Papier geht. 

Doch wo kommt das ganze Papier her? Der Holzbedarf für deutsches Papier wird nur zu geringen Anteilen aus heimischen Wäldern gedeckt. Deutschland importiert viel Zellstoff, etwa aus Skandinavien oder Südamerika. Die Papierindustrie betont, das Holz werde aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gewonnen. Anders als bei uns ist es beispielsweise in Skandinavien erlaubt, Holz mit großen Kahlschlägen zu ernten. Umweltschutzverbände beklagen dies seit Jahren und sorgen sich um die letzten sogenannten Primärwälder. Der WWF testet regelmäßig Papierprodukte und entdeckte in der Vergangenheit immer wieder Spuren von verbotenem Tropenholz. Diese Produkte sind auch in Deutschland verbreitet. Denn es herrscht eine große Nachfrage nach Papier. 
Wie Papierverschwendung verhindert werden kann, zeigt "planet e." am Beispiel einer IT-Firma in den Niederlanden. Decos ist eines der wenigen Unternehmen weltweit, das komplett papierlos arbeitet: keine Papierkörbe, keine Drucker, keine Stifte, alles digital. Notizen geben die Mitarbeiter auf Tablet oder Smartphone ein, der Kaffee läuft statt durch Papierfilter durch einen abwaschbaren Cromargan-Filter, und auf den Toiletten ersetzt ein Bidet-ähnliches System das Toilettenpapier. Das papierfreie Unternehmen spart damit insgesamt 16 Bäume pro Jahr ein. Nach fünf Jahren papierloser Arbeit schon ein kleines Wäldchen.