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Zwei Erfindern aus Feldkirchen ist etwas Revolutionäres gelungen. Ihre Erfindung könnte die äußerst klimaschädliche und energiefressende Kältetechnik mit Fluorkohlenwasserstoffe durch eine Maschine, die völlig ohne Chemie läuft und zudem Energie spart, ablösen.

Von: Angela Neulinger

Coole Sache: Kühlen ohne Chemie

Oliver Kniffler und Holger Sedlak sind zwei kluge Köpfe, die sich ideal ergänzen. Sedlak ist gelernter Informatiker, Kniffler Elektrotechniker. Beide sind sie leidenschaftliche Tüftler und Visionäre. Beide wollen das Klima retten.

Begonnen hat ihre kreative Zusammenarbeit in einem Keller. Die Erfinder ärgerten sich über eine Heizung, die zu viel Energie für zu wenig Leistung verbraucht. Sie wollten das ändern. Nun begannen die Ideen zu sprudeln. Sie forschten. Bauten. Rechneten. Entwickelten. Überlegten. Heraus kam zwar keine Heizung, aber ein Kühlgerät, über das sich vor allem die Umwelt freut.

Kühlen ohne Chemie

Die Kältemaschine läuft völlig ohne Chemie - lediglich mit reinem Wasser und wenig Strom. Sie eignet sich vor allem für Rechenzentren, Prozesskälte oder zur Gebäudekühlung.

"Wir haben mit dieser Technologie im Prinzip die Grundlage geschaffen, den gesamten Kältemarkt zu revolutionieren.
"Oliver Kniffler

F-Gase als Klimakiller

Solch eine Revolution wäre dringend nötig, denn konventionelle Kühlgeräte nutzen zur Kältegewinnung überwiegend Fluorkohlenwasserstoffe. Solche F-Gase sind ein ernsthaftes Problem für das Weltklima. Die drohende Erderwärmung könnte allein durch den weltweiten Verzicht auf F-Gase, so das Bundesumweltministerium, um bis zu ein halbes Grad Celsius verringern werden. Deshalb sollen sie ab 2019 schrittweise verboten werden. Neue Ideen, wie die Kältemaschine von Kniffler und Sedlak, die nur mit reinem Wasser kühlt, sind die klimaschonende Zukunft.

"Wasser ist im ganz normalen Weltklimaprozess enthalten und stört niemanden - auch nicht die Umwelt."
Oliver Kniffler

Ökologisch und risikobereit

Mittlerweile sind die beiden Erfinder nicht mehr alleine. 50 Menschen arbeiten in dem Start-up Unternehmen in Feldkirchen bei München. Acht Jahre Forschung und fast 60 Millionen Risikokapital stecken in dem umweltfreundlichen Kühlgerät. Denn nahezu alle Komponenten mussten selbst entwickelt werden. 50 Patente waren nötig. Doch der Einsatz hat sich gelohnt.

Kältepreis 2016

Das Umweltministerium hat die Erfindung des Unternehmens efficient energy mit dem Kältepreis 2016 ausgezeichnet. Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat mit der Ehrung vor allem den klimaschonenden Weg der Erfindung gewürdigt. Durch den geringen Energiebedarf und den Einsatz von Wasser als Kältemittel sei dem Unternehmen eine einzigartige Umsetzung des Kaltdampfprozesses mit Turboverdichtung gelungen, heißt es in der Begründung.

Forschen mit dem Fokus auf die Umwelt

Kniffler und Sedlak wollen sich aber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Je schwieriger die Aufgabe, umso reizvoller ist es für sie.

"Letztendlich wird meine eigentliche Arbeit zu meinem Hobby. Ich kann also Geld verdienen und zugleich was Gutes für die Menschheit tun."
Holger Sedlak

Wenn dabei auch noch das Klima geschont wird, sollten Sedlak und Kniffler in Ruhe weiter forschen. Denn die Idee eine umweltfreundliche Heizung zu bauen, treibt beide immer noch an.