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US-Schauspieler Leonardo DiCaprio reist in dem Dokumentarfilm „Before the Flood“ um die Welt, um sich die Folgen des Klimawandels anzuschauen. Neben erschreckenden Schauplätzen findet er jedoch auch Hoffnung auf rettende Lösungen.

Als der US-Schauspieler Leonardo DiCaprio 2014 zum Friedensbotschafter der Vereinten Nationen ernannt wurde, machte er sich von der Kamera begleitet auf die Reise, um den Klimawandel und seine Folgen zu verstehen. In der ungewohnten Rolle als Interviewer traf er sich mit Wissenschaftlern, Politikern und Betroffenen weltweit.

Die Recherche beginnt in den Industriestaaten Amerika und China, den größten CO2-Produzenten der Welt. Hier wird DiCaprio Zeuge, wie die Förderung fossiler Brennstoffe die Umwelt zerstört und verschmutzt. In China gibt es inzwischen einen Trend Richtung Erneuerbare Energien. Doch Schwellenländer wie Indien setzen weiter auf Kohle, denn es ist noch immer der billigste Energierohstoff, erfährt DiCaprio bei einem Besuch in Neu-Delhi. Die Bauern hier leiden bereits unter zunehmenden Regenfällen und Überschwemmungen.

BeforeTheFlood 17 Leonardo DiCaprio spricht während seiner Reise mit indischen Bauern in Neu-Delhi – extreme Regenfälle haben ihre Ernte zerstört.  Foto: RatPac Documentary Films, LLC and Greenhour Corporation, Inc.

Seine Reise führt den Schauspieler auch dahin, wo die weitreichenden Folgen des Klimawandels sichtbar werden. In Grönland und der Arktis schmelzen die Gletscher und Eismassen rapide durch die globale Erwärmung. Das hat Einfluss auf die Umwelt vor Ort und bedroht auch auf der anderen Seite der Welt die Bewohner der flachen Pazifik-Inseln durch den Anstieg des Meeresspiegels.

Beeindruckend sind an der Dokumentation nicht nur die aussagekräftigen Bilder: Der Hollywood-Star spricht mit hochrangigen Interviewpartnern. Neben US-Präsident Barack Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon gehört auch Papst Franziskus dazu, der sich immer wieder für einen Ressourcen schonenden Umgang mit unserer Umwelt einsetzt.

Doch kann man den Klimawandel noch aufhalten? Bei der Klimakonferenz Ende 2015 in Paris haben sich die Weltstaaten geeinigt, die Erderwärmung zu begrenzen. Doch dieses Versprechen muss auch national umgesetzt werden. Leonardo DiCaprio zweifelt daran, solange im amerikanischen Senat Politiker sitzen, die den Klimawandel leugnen. Würden sich die Staaten an die gesetzten Klimaziele halten, so einer der befragten Wissenschaftler, könnte man der globalen Erwärmung entgegenwirken und schlimmere Folgen verhindern.

Ganz klar zeigt der Film jedoch auch, dass es nicht nur an der Politik liegt, sondern auch an unseren Lebensstandards: Unser Energieverbrauch und unsere Essgewohnheiten halten die Industrie genauso am Laufen. Als Beispiel zeigt die Dokumentation Palmöl, für dessen Produktion weite Teile der Regenwälder abgeholzt werden. Aber auch der Konsum von Fleisch hat seine negativen Seiten. Leonardo DiCaprio ist anfangs skeptisch, ob die fleischliebenden Amerikaner auf diese Tradition verzichten würden. Sein Interviewpartner empfiehlt einen einfachen Wechsel zu Hühnerfleisch anstelle von Rindfleisch, das im Vergleich bei der Produktion viel mehr Treibhausgase in die Atmosphäre pumpt.

Die Dokumentation „Before the Flood“ von Fisher Stevens und Leonardo DiCaprio ist kostenlos auf dem YouTube-Kanal von National Geographic in englischer Sprache abrufbar:

Mit deutscher Synchronisation können Sie den Film noch bis zum 6. November auf Spiegel TV anschauen:

Die CO2-Produktion des Films wurde mit einer freiwilligen Kohlenstoffsteuer ausgeglichen, die Projekte zur Rettung des Regenwaldes finanziert.

Anica Beuerbach