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wirtschaft Thyssen Krupp Quartier Essen TuxysoAuch der Weltkonzern ThyssenKrupp zahlt pro Kilowattstunde weniger EEG-Umlage als kleine Unternehmen oder Privathaushalte. (Foto: Tuxyso / Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0)

Auf fast ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs wird kaum EEG-Umlage gezahlt, Tendenz steigend. Sogenannte energieintensive Industrien werden auf dem Rücken der Privatverbraucher, kleiner Unternehmen und Gewerbe mit Milliarden subventioniert.

23.08.2018 – Zwar haben für das kommende Jahr weniger Unternehmen einen Antrag auf Teilbefreiung von der EEG-Umlage gestellt, dafür ist die Strommenge kräftig gestiegen. 2018 erhielten 2.252 Unternehmen eine Befreiung für insgesamt 107,4 Terawattstunden (TWh) Strom. Für 2019 wurden dagegen Anträge von 2.209 Unternehmen für 119 TWh eingereicht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Julia Verlinden hervor.

Die energiepolitische Sprecherin ihrer Partei forderte die Große Koalition auf, den Kreis der begünstigten Unternehmen einzuschränken. Seit Jahren steht diese großzügige Subventionierung, Besondere Ausgleichsregelung genannt, in der Kritik, insbesondere, weil die Kosten die anderen Stromverbraucher übernehmen. Und das sind vor allem kleine Firmen, das Gewerbe und die normalen Stromkunden.

6,5 Milliarden werden von oben nach unten umverteilt

Das führt zu absurden Zahlen: Die energieintensive Industrie verbraucht hierzulande etwa 20 Prozent des Stroms, beteiligt sich an der EEG-Umlage, also der Finanzierung der Energiewende, nur zu einem sehr viel geringeren Prozentsatz. Die Höhe der Subventionen ist beachtlich: Etwa 6,5 Milliarden Euro sollen die Unternehmen sparen und stattdessen die restlichen Verbraucher zahlen, berichtete die FAZ im vergangenen Jahr. Offizielle, aktuelle Zahlen gibt es dazu nicht.

Zudem haben viele energieintensive Unternehmen keinen Anreiz, Strom zu sparen, weil sie dann nicht mehr in den Genuss der Befreiung kommen würden. Die subventionierten Unternehmen müssten in die Pflicht genommen werden, ihre Energieeffizienzmaßnahmen auch wirklich umzusetzen, fordert Grünen-Sprecherin Verlinden. Die Grünen fordern seit längerem, dass die Zahlungen an Energieeffizienz gekoppelt werden soll. cw