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Hambacher Forst HebebühneFotos: Screenshot Twitter/Hambacher Forst @Hambibleibt und Screenshot Gerke

Seit einer Woche räumt die Polizei den Hambacher Forst und holt Aktivisten mit Hebebühnen von ihren Baumhäusern. Die Hebebühnen-Verleihfirma, die ihre Geräte zu Verfügung stellt, möchte dabei jedoch nicht mehr mitmachen.

Rund 50 Baumhäuser hatten Aktivisten über die Jahre im Hambacher Forst errichtet – inzwischen sind es schon weniger geworden. Der Grund: Am 14. Oktober will RWE Wald roden, um Braunkohle zu fördern, die Baumhäuser samt Aktivisten müssen also weg. Seit vergangenem Donnerstag räumen Einsatzkräfte den Hambacher Forst und zerstören die Baumhäuser mithilfe von großen Geräten und Hebebühnen.

Nun hat sich ein Unternehmen zu Wort gemeldet, dessen Arbeitsbühnen im Hambacher Forst zum Einsatz kommen: „Da auch wir mit der Vorgehensweise im Hambacher Forst absolut nicht einverstanden waren und sind und wir auch den Einsatz unserer Bühnen dort nicht weiter rechtfertigen können, haben wir heute beschlossen, dass wir unsere Geräte dort stilllegen“, schreibt die Firma Gerken in einem Statement.

Kritik für Einsatz im Hambacher Forst

Gerken vermietet verschiedene Arten von Hebebühnen – auf Fotos vom Polizei-Einsatz im Hambacher Forst waren die Maschinen mit der Aufschrift „Gerken vermietet Arbeitsbühnen“ deutlich zu sehen. Die Firma wurde daraufhin sowohl öffentlich als auch in E-Mails kritisiert.

„Wir möchten hier noch einmal betonen, dass die Geräte von uns nur vermietet waren und wir von unserem Kunden (unser Kunde ist NICHT die Polizei) in keinster Weise im Vorfeld darüber informiert wurden, wofür er die Arbeitsbühnen einsetzen wird“, schreibt Gerke in dem Statement.

Dass Gerke die Hebebühnen nun stilllegt, könnte teuer für das Unternehmen werden. Wer ein Gerät von Gerke mietet, sei während der Mietzeit rechtlich gesehen der Besitzer. „Wir machen das, obwohl wir es rein rechtlich nicht dürfen, und setzen uns damit hohen Regressansprüchen unseres Kunden aus.“

Räumung des Hambacher Forsts vorerst gestoppt

Die Einsatzkräfte haben die Räumung des Hambacher Forsts nun ohnehin erst einmal unterbrochen. Am Mittwoch war ein Journalist von einer Hängebrücke gestürzt und gestorben. Die Polizei soll nun zunächst mögliche Gefahrenquellen absichern, um weitere Unfälle zu verhindern. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen kündigte an, die Räumung der Baumhäuser „auf unbestimmte Zeit“ zu stoppen.

Nadja Ayoub