Umwelt / Klimawandel

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turtle plastic 1 760x570Meeresschildkröten – eine hochentwickelte Tierart ist vom Aussterben bedroht! Sobald der Plastik im Magen der Schildkröte ist, können sie nicht tauchen, also ist Plastik ein wirklich großes Problem. Drei Kilogramm Plastik wurden bei einer Autopsie einer grünen Meeresschildkröte in Brasilien gefunden, erschreckende 3000 Stück Plastik, waren im Magen. Eine alarmierende Anzahl toter Schildkröten wurden in Australien angespült. Elf seltene Meeresschildkröten wurden am Strand von Paloh in West-Kalimantan tot aufgefunden. Die dortigen durchgeführten Autopsien stellten Plastik in ihrem Verdauungssystem als Todesursache fest. Nachdem bereits 300 bis 400 tote Meeresschildkröten vor der Küste von El Salvador in der Bucht von Jichilisco gefunden worden waren, fand man auch tote Meeresschildkröten an den Küsten Uruguays. Meeresschildkröten gibt es schon seit ca. 250 Mio. Jahren. Zur Zeit der Dinosaurier bevölkerten Meeresschildkröten die Weltmeere als friedliche Tiere. Sie haben sich in Form und Verhalten fast nicht verändert und überstanden Hitzeperioden und Eiszeiten problemlos. In der ganzen Evolution der Erde gibt es kaum eine weitere höhere Tierart, die so anpassungsfähig war, doch jetzt sind diese Meeresbewohner vom Aussterben bedroht!

Alarmierend! Massensterben von Meeresschildkröten

Meeresschildkröten schleppen sich an den Strand und legen Eier ab. Doch nicht nur natürliche Feinde bedrohen das Überleben der Art, sondern auch der Mensch. Immer wieder werden tote Meeresschildkröten angeschwemmt, die entweder durch Plastik im Verdauungstrakt sterben oder den tödlichen Haken der Langleinen zum Opfer fallen.

Da schwimmen die Meeresschildkröten durch den weiten Ozean, um genau dahin zurückzukehren, wo sie einst geboren wurden, und ohne sich um Meeresströmungen und Stürme zu kümmern, finden sie aus allen Himmelsrichtungen immer wieder zurück! Niemand hat es ihnen vorgemacht, sie können es einfach. Doch gegen den aufkommenden Plastikmüll, der im Meer schwimmt, sind auch sie machtlos. Vermehrt kommt es zu einem Massensterben dieser hochentwickelten Tierart. 

Anfang April 2018 wurden elf seltene Meeresschildkröten am Strand von Paloh in der Sambas-Regentschaft in West-Kalimantan tot aufgefunden, was dazu führte, dass die Provinzverwaltung dies zu einem „außergewöhnlichen Ereignis“ erklärte.

Autopsien, die von lokalen Behörden an fünf der Schildkröten durchgeführt wurden, fanden Plastik- und Asphaltschlamm in ihrem Verdauungstrakt, die zum Tod geführt hatten.

Alarmierende Anzahl toter Schildkröten in Queensland angespült

In Seaforth wurden ausgewachsene Schildkröten gefunden.

Der Bewohner sagte, er sei ungefähr vier Mal pro Woche in die Gegend um Rabbit Islandgegangen und habe noch nie so viele tote, ausgewachsene Schildkröten gesehen.

Tote Meeresschildkröten in Lateinamerika

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Mitte April wurden erneut vor der Küste Uruguays 10 tote Meeresschildkröten entdeckt, Einige von ihnen sollen über 300 Kilo schwer und über einen Meter groß gewesen sein. Sie hatten schwere Verletzungen erlitten und befanden sich nach mehreren Tagen am Strand in einem Zustand der Zersetzung. Vermehrt findet man an der Küste tote Schildkröten. Erst Anfang des Jahres starb eine ausgewachsene 500 kg schwere Schildkröte. Sie wies schwere Verletzungen am Hals auf.

Obwohl diese Schildkröten normalerweise aus tropischen Gewässern kommen, ist die bevorzugte Nahrungszone in Buchten und Flussmündungen, wie der des Río de la Plata. Dort finden sie normalerweise Schnecken und Krabben.

Die Ursachen für das Massensterben in dieser Region variieren, je nach Art der Schildkröte. Im Fall der Green Turtles ist dies hauptsächlich auf die Einnahme von Kunststoffen zurückzuführen. Im Fall der anderen gefundenen Arten ist die Ursache die Schleppnetzfischerei, die zu dieser Zeit normalerweise üblich ist“, erklärt Fallabrino von der NGO Karumbé. Erst kürzlich konnte eine große Meeresschildkröte gerettet werden, die sich in einem Plastiksack verfangen hatte.

Erst Ende letzten Jahres wurden vor der Küste El Salvadors im Pazifik zwischen 300 und 400 tote Schildkröten entdeckt.

Plastikverschmutzung: Schildkröten sterben, nachdem sie sich in Fanggeräten und Hausmüll verfangen haben, so eine neue Studie

Laut einer internationalen Studie sterben Schildkröten in großer Zahl, nachdem sie sich in Plastikmüll verfangen haben. Plastik kann den Meeresreptilien ernsthaften Schaden zufügen, Gliedmaßen amputieren oder sie ersticken qualvoll. Über 90 Prozent der gemeldeten Schildkröten waren bereits tot. Die Forscher schätzen, dass jedes Jahr mindestens 1000 Schildkröten auf diese Weise sterben. Professor Brendan Godley, der die Studie leitete – veröffentlicht in der Zeitschrift Endangered Species Research – vermutet, dass die Dunkelziffer der Schildkröten, die unter diesen Bedingungen sterben, weit höher sein dürfte.

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Wenn Schildkröten in Plastik eingeschlossen sind, können sie möglicherweise nicht entkommen und müssen oft ihre „Ladung“  mit sich ziehen (BBC, Blue Planet 2)

Das Forschungsteam befragte 106 Experten von der Atlantikküste, der Karibik, dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean.

„Experten, die wir befragten, fanden heraus, dass die Verstrickung in Plastik und andere Umweltverschmutzungen langfristige Auswirkungen auf das Überleben einiger Schildkrötenpopulationen haben kann und eine größere Bedrohung für sie darstellt als Ölunfälle“, sagte Professor Godley, der an der Universität von Exeter ansässig ist.

Viel Aufmerksamkeit wurde auf das Risiko von Tieren gelenkt, die versehentlich Plastik anstelle von Nahrung konsumierten. Umweltschützer haben Hunderte von Plastikteilchen  im Magen von Schildkröten gefunden und viele Arten wie die Green Turtles sind dafür bekannt, Plastik zu fressen.

Fast alle Arten von Schildkröten sind vom Aussterben bedroht und die Studie zeigt, dass die Bedrohung durch den Menschen zunimmt.

Ohne entschiedene internationale Zusammenarbeit werden viele Schildkröten laut Studien in den nächsten paar Jahrzehnten aussterben. Das ist ein für Menschen durchaus langer, für Arten aber extrem kurzer Zeitraum, kaum mehr als ein Wimpernschlag. Aber wenn man diesen Artikel bis hierher gelesen hat, dann fragt man sich, ob diese Tiere die nächsten Jahrzehnte überhaupt überstehen werden.

„Eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort „Tierschutz“ überhaupt geschaffen werden musste.“ Albert Schweitzer

Die Schildkröte ist ein Symbol für den Weg, für das Lernen, für Unermüdlichkeit und Unerschütterlichkeit – und sie ist vom Aussterben bedroht.

Netzfrau Doro Schreier