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Welches menschliche Handeln ist dafür verantwortlich?

Ein Überschuss an Nährstoffen, die aus Landwirtschaft und kommunalen Abwässern in die Ostsee gelangen, kurbelt das Wachstum des so genannten Phytoplanktons an. Das sind Mikroalgen, die frei im Wasser schweben. Sie vermehren sich teilweise so stark, dass sich Teppiche bilden, durch die nur wenig Sonnenlicht in tiefere Wasserschichten eindringen kann. Für viele Meerespflanzen und Tiere ist das Licht aber eine wichtige Energiequelle. Ohne Licht gehen sie ein.

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Welcher Schaden entsteht durch den Druck?

Ein weiterer Schaden, der durch die verstärkte Algenproduktion ausgelöst wird, ist der Sauerstoffmangel am Boden der Ostsee. Die Massen an Mikroalgen werden nicht mehr vollständig im Nahrungsnetz des Oberflächenwassers aufgebraucht. Ein großer Teil sinkt auf den Meeresboden, wo das organische Material zersetzt wird. Für diesen Vorgang wird der im Wasser gelöste Sauerstoff benötigt. Er nimmt immer mehr ab, bis schließlich „tote Zonen“ entstehen, in denen kein höheres Leben mehr möglich ist.


Wie ist die generelle, zusammenfassende Zustandsbewertung im HOLAS-Report diesen Druck betreffend?

Von den 247 Unterregionen der Ostsee, die die Helsinki-Kommission hinsichtlich des Überdüngungszustandes untersucht hat, haben nur 17 in dem Zeitraum 2011 bis 2015 einen guten Zustand erreicht. In anderen Worten: 97% des Oberflächenwassers der Ostsee leiden immer noch unter Überdüngung. 15 % sind sogar stark überdüngt.


Ist der Druck überall gleich groß? Wie verteilt sich die Belastung?

Gute Zustände zeigen sich vor allem in schwedischen Küstengewässern der nördlichen Ostsee und des Kattegatts. Besonders problematisch ist der Zustand in den finnischen Küstengewässern des Finnischen Meerbusens, in Oderbucht und Greifswalder Bodden sowie in der Bornholm-See.


Wie hat sich der Druck im Laufe der letzten 5 Jahre verändert?

Die Einleitung von Stickstoff und Phosphor in die Ostsee ist in den letzten fünf Jahren zurückgegangen. Insgesamt sind 13 % weniger Stickstoff und 19 % weniger Phosphor in die Ostsee eingeleitet worden. Das hat aber nicht automatisch zu einer Verringerung der Nährstoff-Konzentrationen im Oberflächenwasser geführt. Im Gegenteil: In einigen Regionen hat sich die Nährstoff-Konzentration im Wasser sogar erhöht.


Welche Maßnahmen bzw. Umstände haben zu dieser Veränderung geführt?

Der Ostsee-Aktionsplan hat von den einzelnen Ländern Maßnahmen zur Reduktion von Einleitungen gefordert. Der bislang erzielte Rückgang der Einleitungen wurde durch den Ausbau von Klärwerken und unterschiedlichen Maßnahmen zur Vermeidung von Düngemittelüberschüssen in der Landwirtschaft erreicht. Generell sind jedoch so viele Nährstoffe im System gespeichert, vor allem in den Ablagerungen am Meeresboden, dass die Reduktionen nicht ausreichen und immer wieder aus dfen Sedimenten Nährstoffe ins Wasser gelangen können.