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Der Temperaturpfad der Erde zeigt weiter deutlich nach oben. Das geht aus Informationen der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA hervor. Demnach war 2017 das wärmste jemals gemessene Jahr, ohne dass gleichzeitig ein El-Niño-Ereignis stattfand. Dieses Wetterphänomen gibt der globalen Durchschnittstemperatur, wenn es im Abstand von drei bis sieben Jahren auftritt, stets einen Extra-Schub. Aber selbst ohne El Niño war das vergangene Jahr außergewöhnlich warm – laut NOAA das drittwärmste Jahr seit Beginn der Messungen.

2017 war das zweitwärmste Jahr seit 1880, als weltweite Messungen erstmals möglich wurden. (Video: NASA Goddard Space Flight Center/​Youtube)

Insgesamt sind damit die letzten drei Jahre – 2015, 2016 und 2017 – die wärmsten, die je festgestellt wurden. Und nicht nur das: 17 der 18 heißesten Jahre sind nach 2000 aufgetreten. Den absoluten Rekord hält weiterhin 2016. Rechnet man jedoch den Einfluss von El Niño und dessen Gegenpart La Niñamithilfe statistischer Methoden heraus, wäre 2017 sogar das wärmste Jahr.

Andere Institutionen kommen zu ähnlichen Ergebnissen wie die NOAA. Die britische Schwesterbehörde Met Office sieht 2017 ebenfalls auf Platz drei auf der Temperaturrekord-Skala, ebenso die Weltmeteorologieorganisation WMO. Der Copernicus Climate Change Service und die Nasa sehen das Jahr sogar auf Platz zwei der wärmsten Jahre; das hat mit kleinen Unterschieden in der Methode zur Bestimmung der globalen Durchschnittstemperatur zu tun.

Hierbei geht es zum Beispiel darum zu bestimmen, für welche räumliche Ausdehnung eine bestimmte Messstation Angaben über die Temperatur macht, denn die Tausenden Messstationen auf der Erde sind nicht gleichmäßig über Erdoberflächen und Ozeane verteilt. Ein anderes Beispiel für die methodische Abweichung ist der sogenannte Urban-Heat-Effekt: Städte heizen sich durch ihre Bauten stärker auf als das offene Land; diesen Effekt müssen die Wissenschaftler herausrechnen. Alle Institutionen aber sind sich einig: 2017 war das wärmste Jahr ohne zusätzlich einheizenden El Niño.

Anlässlich des erneuten Temperaturrekords warnten zahlreiche Wissenschaftler vor den Auswirkungen des anhaltenden Erwärmungstrends. "Dass 2017 das wärmste Jahr ohne El-Niño-Effekt ist, ist nicht überraschend, sondern zutiefst beunruhigend", sagte der Glaziologe Martin Siegert vom Imperial College London. "Trotz unserer bisherigen Bemühungen schreitet die Erderwärmung voran. Das ist ein erneuter Weckruf, eine Null-Emissions-Wirtschaft zu entwickeln, bevor es zu spät ist, um eine weitere Verschlimmerung des Klimawandels zu verhindern. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln."

2017 war auch ein Jahr, dass durch extreme Wettereignisse geprägt war: starke Hurrikane in der Karibik, verheerende Fluten in Asien, extreme Waldbrände in Nordamerika und Hitzewellen in Australien. Versicherern zufolge kosteten Naturkatastrophen in diesem Jahr so viel wie noch nie.

klimaretter.info/em