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© IKB/VandoryFreuen sich über die Inbetriebnahme der Klärschlammtrocknungsanlage: die IKB-Chefs Harald Schneider und Helmuth Müller mit Innsbrucks Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider (v. l.).Foto: IKB/Vandory

Innsbruck – Normalerweise ist eine Kläranlage der größte Energieverbraucher in einer Gemeinde. Nicht so in Innsbruck. Die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) haben in den vergangenen Jahren im Rahmen des EU-Projekts Sinfonia knapp zehn Millionen Euro in die Kläranlage in der Rossau investiert. Am gestrigen Freitag ging nun die neue Klärschlammtrocknungsanlage in Betrieb. Die IKB haben es geschafft, Klärschlamm und Bioabfall in den beiden Faultürmen in Energie umzuwandeln. Und zwar in so viel, dass nicht nur die Anlage selbst mit Strom und Wärme versorgt, sondern auch noch Energie abgegeben werden kann. Die Stromproduktion liegt bei rund acht Millionen Kilowattstunden – der Jahresverbrauch von 2300 Haushalten. Bereits jetzt werden das Hallenbad im Olympischen Dorf sowie das Restaurant am Baggersee von der IKB-Kläranlage mit Wärme versorgt. Zukünftig wird zudem auch Wärme in das Netz der Stadt Innsbruck eingespeist.

Durch die nun fertig gestellte Klärschlammtrocknungsanlage wird der Klärschlamm zusätzlich thermisch behandelt. Dadurch kann der Nassschlamm deutlich reduziert werden. De facto werden so bis zu 400 Tonnen CO2 und 450 Lkw-Fahrten pro Jahr eingespart. Auch für den Trocknungsprozess wird selbst erzeugtes Biogas und Wärme der Kläranlage verwendet.

„Die IKB-Kläranlage zählt zu den besten Europas“, freut sich IKB-Vorstandsvorsitzender Harald Schneider. Man leiste Pionierarbeit und trage so zu einer nachhaltigen Energieversorgung der Stadt Innsbruck bei. Das ist freilich ganz im Sinne der Innsbrucker Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider (Grüne). „Es ist höchste Zeit, dass wir aus Öl und Gas aussteigen. Auch wenn die Preise derzeit nieder sind – sie werden wieder steigen, das ist ein Faktum“, erklärt Pitscheider. Innsbruck sei zu einer Vorzeigestadt geworden, wenn es um Energieeffizienz gehe. (dd)