Umwelt / Klimawandel

Kommende Veranstaltung

Greenpeace hat im März und April in einem Regenwald-Gebiet in Indonesien gefilmt – und eine Zerstörung in kaum vorstellbarem Ausmaß aufgedeckt. Für eine Palmöl-Plantage hat eine Firma hektarweise Waldfläche vernichtet – sie beliefert offenbar Nestlé, Mars, PepsiCo und Unilever.

Es sind Aufnahmen, die betroffen machen. Aus einer Helikopter-Perspektive zeigt ein Team von Greenpeace, was aktuell in Indonesien vor sich geht: Eine Firma holzt große Flächen Regenwald in der Provinz Papua ab – sie bereitet eine neue Palmöl-Plantage vor.

Insgesamt 5000 Hektar Regenwald wurden zerstört – eine Fläche halb so groß wie Paris. Ein Teil des Regenwaldes steht noch, der Kontrast zwischen dem dichten grünen Wald auf der einen Seite und der rotbraunen Fläche mit kaputten Stämmen auf der anderen Seite ist besonders bedrückend.

Seht hier das Video:

Palmöl-Industrie sucht neue Flächen

„Nachdem sie viel von den Regenwäldern von Sumatra und Kalimantan zerstört haben, drängt die Palmöl-Industrie nun in neue Gegenden wie Papua“, sagt Richard George von Greenpeace UK. In diesem Fall handelt es sich dabei um die „Hayel Saeed Anam Gruppe“ (HSA-Gruppe) – ein Multikonzern, der nach Greenpeace-Angaben die großen Konzerne der Lebensmittelindustrie beliefert: Nestlé, Mars, PepsiCo und Unilever.

Alle vier Unternehmen haben eigentlich Richtlinien erlassen, nach denen sie kein Palmöl verwenden dürften, für das Regenwald abgeholzt wurde. Die Realität sieht offenbar anders aus, wie der britische „Guardian“ schon früher beklagte.

palmoel greenpeace z ulet ifansasti greenpeace 180503 1280x600Vom Regenwald ist nicht mehr viel übrig geblieben. (Foto: ℗ Ulet Ifansasti / Greenpeace)

Nestlé, Unilever, Mars und Co. weisen die Verantwortung von sich

„Marken sprechen schon über ein Jahrzehnt darüber, dass sie ihr Palmöl ‚bereinigen‘ wollen. Unternehmen wie Unilever und Nestlé behaupten, Führer in der Industrie zu sein. Warum kaufen sie immer noch von Wald-Zerstörern wie der HSA-Gruppe?“, sagt Richard George von Greenpeace.

Die großen Konzerne schieben die Schuld für Abholzungen und andere Skandale auf Palmöl-Plantagen immer wieder auf die Zulieferer. Da ist auch was dran: Wegen der komplexen Produktions- und Lieferketten ist es tatsächlich nicht immer einfach nachzuvollziehen, aus welchen Gebieten eingekauftes Palmöl stammt und ob dafür Wald abgeholzt wurde.

palmoel greenpeace plantage z ulet ifansasti greenpeace 180503 1280x600Hier entsteht eine Palmöl-Plantage. (Foto: ℗ Ulet Ifansasti / Greenpeace)

Strengere Kriterien für Palmöl

Nestlé, Unilever und Co. machen es sich jedoch zu leicht, wenn sie die Verantwortung nur auf die Zulieferer abwälzen. Mit dem Einfluss, den sie als große Unternehmen haben, müssten sie eigentlich in der Lage sein, strengere Richtlinien für besseres Palmöl durchzusetzen – selbst wenn das Palmöl dann teurer werden würde.