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 claudia kemfertDer Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran könnte auch die Ölpreise nach oben treiben. Professor Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), sieht es daher an der Zeit, sich noch unabhängiger vom Erdöl zu machen. "Der beste Weg um sich von geopolitischen Unsicherheiten unabhängig zu machen, ist die konsequente Abkehr vom Öl durch verstärktes Energiesparen und die Nutzung von Alternativen bei der Gebäudeenergie und Mobilität", sagte Kemfert der Online-Ausgabe der PNP.

Ein Gutes habe der höhere Ölpreis: die Energiewende werde wieder wichtiger und vor allem rentabler. Kemfert betonte: "Die Energiewende macht immun gegen den fossilen Energie-Krieg. Es ist das beste Friedensprojekt, was wir derzeit haben."

Kemfert verweist darauf, dass vergangene geopolitische Unsicherheiten im arabischen Raum die Ölpreise hätten stark ansteigen lassen. Wenn der Iran als drittgrößter Exporteur als Öllieferant für den Weltmarkt ausfallen würde, würden insbesondere öl-exportierende Staaten von der Eskalation der Lage profitieren. "Es gibt durchaus ausreichend Öl auf den internationalen Märkten, andere Länder werden einspringen, um die Ausfälle zu kompensieren. Insbesondere die OPEC-Staaten, allen voran Saudi-Arabien, aber auch Russland oder die USA selbst, haben großes Interesse, die bisherigen Förderkürzungen auslaufen zu lassen und wieder mehr Öl zu verkaufen."

Die Entwicklung könnte auch an deutschen Zapfsäulen zu spüren sein. "Wenn der Ölpreis weiter steigt, wird dies unmittelbar an den Zapfsäulen spürbar werden aber nur für diejenigen, die Benzin oder Diesel tanken und somit abhängig sind vom Ölpreis. Autofahrer die Gas, Öko-Kraftstoff oder Strom tanken, sind fein raus."

pnp